Frequentis Aktie: EBIT dreht auf 15,6 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 15:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Wiener Spezialist für sicherheitskritische Informationssysteme, Frequentis, blickt auf eine dynamische Handelswoche zurück. Nach der Vorlage starker Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 kletterte die Aktie zunächst auf ein neues Sechsmonatshoch, bevor technische Gegenreaktionen den Kurs am Freitag belasteten. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz massiv steigern und kehrte beim operativen Ergebnis deutlich in die Gewinnzone zurück.
Deutliche Erholung bei Umsatz und Ergebnis
Wie Frequentis mitteilte, stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 44,8 Prozent auf 342,9 Millionen Euro. Besonders signifikant fiel die Erholung beim operativen Ergebnis (EBIT) aus: Während im Vorjahreszeitraum noch ein operativer Verlust von 4,3 Millionen Euro verbucht werden musste, erzielte das Unternehmen nun ein Plus von 15,6 Millionen Euro.
Getrieben wurde diese Entwicklung durch eine anhaltend hohe Nachfrage in allen Segmenten. Der Auftragseingang wuchs um 17,0 Prozent auf 361,7 Millionen Euro, was den Auftragsbestand auf den neuen Rekordwert von 835 Millionen Euro hievte.
Ein wesentlicher Pfeiler des Wachstums bleibt das Geschäft mit staatlichen Behörden und der zivilen Luftfahrt. In den USA schloss die Tochtergesellschaft Frequentis USA am vergangenen Donnerstag die Produktion von 15.000 Kommunikations-Gateways ab. Diese sind Bestandteil eines Modernisierungsprogramms des US-Verkehrsministeriums FAA mit einem Gesamtvolumen von 12,5 Milliarden US-Dollar. Die Auslieferung der nächsten Systemgeneration, X10 VoICE, plant das Unternehmen bereits für Anfang 2027.
Großprojekte in Polen und Estland erfolgreich umgesetzt
Auch auf dem europäischen Markt meldete Frequentis operative Fortschritte. Die polnische Flugsicherung PANSA nahm am Donnerstag ein neues IT-basiertes Sprachkommunikationssystem für das Flugverkehrsmanagement in einem der größten Lufträume Europas in Betrieb.
Parallel dazu digitalisierte die estnische Flugsicherung EANS ihre aeronautischen Informationsdienste mithilfe der CADAS-Produktfamilie von Frequentis. Damit zählt Estland nun zu den Vorreitern bei der Digitalisierung dieser sicherheitskritischen Daten in Europa.
Trotz dieser operativen Erfolge verzeichnete die Aktie am Freitag einen Kursrückgang von 3,7 Prozent auf einen Schlusskurs von 73,00 Euro. Marktberichten zufolge handelte es sich dabei primär um Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rallye. Mit diesem Rücksetzer notiert das Papier nun knapp unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 73,23 Euro.
Analysten sehen begrenzte Bewertungsspielräume
Analysten bewerten die aktuelle Lage vorsichtig optimistisch, verweisen jedoch auf die Bewertung der Aktie. Die BankM AG aktualisierte am Donnerstag ihre Einschätzung und stuft den Titel weiterhin mit „Halten“ ein.
Das Analysehaus beziffert den fairen Wert auf 76,35 Euro. Zwar lobten die Experten das starke Umsatzwachstum und den Auftragsrekord, gaben jedoch zu bedenken, dass ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 30 bereits viel Optimismus einpreise.
Flankiert wurde die Nachrichtenlage der Woche durch den Beschluss des Vorstands am Dienstag, ein neues Rückkaufprogramm für eigene Aktien zu starten. Zudem wird das Unternehmen in Medienberichten als indirekter Profiteur steigender NATO-Verteidigungsausgaben positioniert. Als Basis für die aktuelle Wachstumsdynamik gilt dabei der im Vorjahr erzielte Rekordumsatz von 580,1 Millionen Euro.
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