FTSE 100: Bankwerte treiben Erholung
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 14:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der fallende Ölpreis hat den europäischen Börsen am Freitag Auftrieb gegeben — und der FTSE 100 profitierte gleich doppelt. Der Londoner Leitindex schloss 0,39 Prozent höher bei 10.650,44 Punkten. Auslöser war eine deutliche Korrektur beim Brent-Preis, der um fast 3,5 Prozent auf 103,50 Dollar nachgab.
Die Internationale Energieagentur hatte ihre Prognose für den globalen Ölbedarf kräftig nach unten korrigiert: Statt eines Rückgangs um 1,6 Millionen Barrel pro Tag rechnet die IEA nun mit einem Minus von 2,5 Millionen Barrel.
Zusätzlich sorgten Aussichten auf Gespräche zwischen Golfstaaten und Iran über die Straße von Hormus für Entspannung an den Energiemärkten. Weniger Sorgen um Lieferengpässe bedeuten weniger Druck auf die Kosten importierender Unternehmen — ein Umstand, der besonders zyklischen Werten zugutekam.
Banken und Bergbau vorn, Pharma bremst
Im Bankensektor ging es kräftig nach oben: Natwest Group, Barclays, Lloyds Banking Group, HSBC Holdings und Standard Chartered legten zwischen 1,2 und 2,2 Prozent zu. Auch Rolls-Royce Holdings, Fresnillo und Endeavour Mining gehörten mit Gewinnen von bis zu 2,3 Prozent zu den Tagesfavoriten.
Auf der Verliererseite dominierte der Datenspezialist LSEG mit einem Kursrückgang von 3,2 Prozent den Index. The Sage Group verlor rund 2,2 Prozent, während Smith & Nephew, Next, BAE Systems und Burberry Group zwischen 1 und 1,7 Prozent nachgaben.
Der europäische Gesundheitssektor stand insgesamt unter Druck — Morgan Stanley hatte am Freitag Novo Nordisk wegen mittelfristig schwacher Wachstumsperspektiven auf "Underweight" abgestuft, was auf die gesamte Branche ausstrahlte.
Konjunkturdaten stützen das Bild
Die britische Wirtschaft zeigte sich robuster als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Juli um 0,4 Prozent, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Juni — Ökonomen hatten mit Stagnation gerechnet. Auf Jahressicht kletterte die Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent, deutlich über der Prognose von 1,2 Prozent.
Auch beim Handel gab es positive Signale: Das Handelsbilanzdefizit schrumpfte im Juli auf 3,45 Milliarden Pfund, nach 5,54 Milliarden Pfund im Vormonat. Die US-Inflationsdaten für August fielen erwartungsgemäß aus und blieben ohne größere Wirkung auf die Marktstimmung — Beobachter werten dies als Hinweis darauf, dass die Fed in der kommenden Woche wenig Spielraum hat, eine geldpolitische Straffung zu verschieben.
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