FTSE 100: Minenwerte retten wenig
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Handelstag begann mit leichten Gewinnen und endete im Minus. Was am Mittag noch nach einer soliden Sitzung aussah, kippte am Nachmittag ins Negative — Nahost-Sorgen und ein anziehender Ölpreis setzten dem Londoner Leitindex zum Ende zu.
Der FTSE 100 notierte am Mittag noch 0,13 Prozent im Plus bei 10.764,18 Punkten. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 0,28 Prozent zu Buche. Auslöser war die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten: erneute Kämpfe im Libanon und weitere Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus trübten die Aussichten auf ein Ende des Konflikts zwischen den USA und Iran. Brent-Öl zog im Tagesverlauf von 89,49 auf 90,68 Dollar je Barrel an.
Minenwerte als einziger Lichtblick
Während der Gesamtmarkt nachgab, hielten sich die Bergbauwerte den ganzen Tag über wacker. Der Grund lag weniger in London selbst als am Devisenmarkt: Der Dollar rutschte nach schwächeren US-Einzelhandelsdaten und schwacher Verbraucherstimmung vom Freitag auf ein Zweimonatstief. Das macht in Dollar gehandelte Rohstoffe für Käufer außerhalb der USA günstiger und stützt entsprechend die Minenkonzerne.
Endeavour Mining, Anglo American und Fresnillo legten zwischen 1,7 und 2 Prozent zu. Rio Tinto, Glencore und Antofagasta kletterten um 0,8 bis 1 Prozent. AstraZeneca notierte ebenfalls fester, nachdem der Pharmakonzern positive Ergebnisse aus der Phase-III-Studie SAFFRON vermeldet hatte.
Handelsketten und Konsumwerte unter Druck
Auf der Verliererseite dominierten Einzelhändler und Konsumgüterkonzerne. Howden Joinery Group, Diageo, Sainsbury's, Experian und Croda International verloren zwischen 3 und 3,6 Prozent. Tesco gab knapp 3 Prozent ab. Auch Burberry, JD Sports Fashion, Unilever, British American Tobacco und Vodafone gehörten zu den deutlicheren Verlierern des Tages.
Belastend wirkten dabei nicht nur die geopolitischen Spannungen. Auch enttäuschende Konjunkturdaten aus China — stagnierender Konsum im Juli, ein schnellerer Rückgang der städtischen Investitionen und eine steigende Arbeitslosigkeit — erhöhten den Druck auf Peking, im zweiten Halbjahr nachzusteuern, und dämpften die Stimmung an den europäischen Börsen insgesamt. Der breite Stoxx 600 gab ebenfalls nach, während DAX und CAC 40 mit noch deutlicheren Abschlägen schlossen.
Für die kommenden Handelstage bleibt die Entwicklung im Nahen Osten der zentrale Risikofaktor. Sollte sich die Lage in der Straße von Hormus weiter zuspitzen, dürfte der Ölpreis den Ton für die Marktrichtung angeben — mit entsprechenden Folgen für energieintensive Sektoren und die Konsumlaune der Verbraucher.
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