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General Fusion Aktie: Meilenstein bei 1 keV

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Demonstrationsanlage LM26 überschritt 1 keV bei der Elektronentemperatur; unabhängige Bestätigung der Ergebnisse steht noch aus.

General Fusion erreicht mit LM26 mehr als 1 keV
Hochmoderne Fusionsreaktor-Anlage mit komplexen magnetischen Spulen in einem Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

Ein Fusionsreaktor, der ohne Supraleiter-Magnete und Hochleistungslaser auskommt, hat eine wichtige Hürde genommen. General Fusion meldet für seine Demonstrationsanlage LM26 Elektronentemperaturen von mehr als 12 Millionen Grad Celsius. Das Unternehmen spricht von einem Weltrekord für seinen Ansatz.

Was die Messung zeigt

Die Anlage nutzt Magnetized Target Fusion (MTF). Dabei wird ein magnetisch eingeschlossenes Plasma durch eine Metallwand komprimiert. Per Thomson-Streuung maß das Team rund 1,1 keV, entsprechend 12,6 Millionen Grad, kurz vor der maximalen Kompression. Eine zweite Methode, die AXUV-Diagnostik, ergab beim Spitzenwert etwa 1,2 keV.

Hinzu kommt eine Erwärmung der Ionen auf etwa 0,46 keV, bis zu doppelt so hoch wie die Ausgangstemperatur. Die Thomson-Messung entstand gemeinsam mit der britischen Atomenergiebehörde UKAEA, die einen zentralen Teil der Diagnostik beisteuerte. Beide Fachpapiere sind zur Begutachtung eingereicht, das UKAEA-Paper soll in der Fachzeitschrift Review of Scientific Instruments erscheinen.

Nach Unternehmensangaben haben nur wenige Fusionsfirmen die 1-keV-Marke erreicht, alle mit anderen Verfahren. LM26 sei die erste Maschine, die dies mit langsamer Kompression im Millisekundenbereich schaffe. Das spare Leistung, Komplexität und Kosten.

Der Weg zum Kraftwerk

Es ist der erste von drei technischen Meilensteinen des LM26-Programms. Als Nächstes steht das Ziel von 10 keV an, dafür laufen bereits Umbauten für höhere Kompressionsverhältnisse. Danach folgt das Lawson-Kriterium, also die Kombination aus Temperatur, Dichte und Einschlusszeit, die für Netto-Fusionsenergie nötig ist. Beraten wird das Unternehmen dabei von General Atomics Energy Group.

Parallel bereitet General Fusion ein Programm für kommerzielle Systeme vor. Ein erstes Kraftwerk soll um das Jahr 2035 in Betrieb gehen.

Risiken bleiben

Die Ergebnisse sind noch nicht von unabhängigen Fachleuten bestätigt. Das Unternehmen nennt selbst das Risiko, dass die Peer-Review scheitert oder sich Resultate im größeren Maßstab nicht wiederholen lassen. Der Kapitalbedarf bis Ende 2028 ist ein weiterer Punkt: Zusätzliches Geld könnte laut Unternehmen nur zu ungünstigen Bedingungen zu haben sein, auch wegen Vereinbarungen aus der Privatplatzierung vom 10. Juli 2026.

Der nächste Prüfstein ist klar definiert: Gelingt nach dem Umbau von LM26 die Kompressionsheizung auf 10 keV, wäre der zweite von drei Meilensteinen erreicht. Einen Termin dafür nennt das Unternehmen bislang nicht.

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