Gold, Dollar

Gold: 2,47-Prozent-Sprung auf 4.406 Dollar

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 19:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und starke Goldkäufe Chinas treiben den Goldpreis auf 4.406 Dollar. Die Fed-Zinsfantasie schwindet.

Goldpreis steigt nach schwachem US-Arbeitsmarktbericht deutlich
Ein glänzender Goldbarren auf einer dunklen Schieferplatte vor einem verschwommenen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Goldpreis hat am Freitag kräftig zugelegt, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für Juli deutlich schwächer ausfiel als erwartet. Die Feinunze notiert aktuell bei 4.406,00 US-Dollar, ein Plus von 2,47 Prozent auf Tagessicht. Damit bleibt das Edelmetall zwar noch klar unter seinem im Januar erreichten Rekordhoch, hat sich in den vergangenen Wochen aber deutlich erholt.

Auslöser der Rally war die US-Beschäftigungsstatistik: Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft schrumpfte im Juli um 23.000, während Ökonomen ein Plus von rund 80.000 erwartet hatten. Zusätzlich revidierte das Arbeitsministerium den Juni-Wert von zuvor plus 57.000 auf nur noch plus 20.000 nach unten – zusammen mit der Mai-Revision ergibt sich ein Rückgang um 103.000 Stellen gegenüber den ursprünglichen Meldungen. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,1 Prozent von 4,2 Prozent im Juni, doch die Stundenlöhne legten mit 3,2 Prozent zum Vorjahr schwächer zu als die erwarteten 3,5 Prozent. Handelsblatt zitierte Marktteilnehmer, die den Bericht als "kalte Dusche" bezeichneten.

Fed-Fantasie schwindet, Dollar gibt nach

Die schwachen Daten dämpften die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im September fiel von 55 auf 40 Prozent, der Leitzins verbleibt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Dollar-Index gab um 0,5 Prozent auf 99,43 Punkte nach, während die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen um acht Basispunkte zurückging. Ein schwächerer Dollar und sinkende Zinserhöhungserwartungen machen zinslos gehaltenes Gold für Anleger tendenziell attraktiver. Als nächster Belastungstest gilt der US-Inflationsbericht für Juli, der am 12. August veröffentlicht wird.

China kauft so viel Gold wie seit 2023 nicht mehr

Neben der Zinsdebatte trieb auch eine Nachricht aus Peking den Preis an: Chinas Zentralbank stockte ihre Goldreserven im Juli um 640.000 Unzen auf – umgerechnet rund 20 Tonnen und der größte monatliche Zuwachs seit Oktober 2023. Damit kauft die People's Bank of China bereits den 21. Monat in Folge Gold. Die gesamten Reserven kletterten auf 76,08 Millionen Unzen von 75,44 Millionen im Juni, ihr Wert stieg auf 306,35 Milliarden Dollar von zuvor 303,72 Milliarden. Gold macht damit rund 4,5 Prozent der chinesischen Devisenreserven aus – nach Einschätzung des World Gold Council dürften die tatsächlichen Bestände sogar deutlich höher liegen als offiziell ausgewiesen.

China ist damit Teil eines breiteren Trends. Seit 2022 kaufen Zentralbanken weltweit jährlich mehr als 1.000 Tonnen Gold, wie aus einer Erhebung des Goldreporters hervorgeht: 2022 waren es 1.082 Tonnen, 2023 1.037 Tonnen, 2024 mehr als 1.000 Tonnen und 2025 noch 863 Tonnen. Allein im Mai 2026 kauften Notenbanken netto 41 Tonnen, angeführt von Polen mit 18 Tonnen, gefolgt von China mit 10 Tonnen sowie Usbekistan und Kasachstan mit jeweils rund 9 beziehungsweise 7 Tonnen. Einer Umfrage des World Gold Council zufolge planen 45 Prozent der Zentralbanken, ihre Goldbestände in den kommenden zwölf Monaten weiter aufzustocken, 84 Prozent erwarten binnen fünf Jahren einen höheren Goldanteil an ihren Reserven. Bereits 2025 hatte Gold in den offiziellen Reserven wertmäßig US-Staatsanleihen überholt.

Anleger zwischen Erholung und Nervosität

Die jüngste Kursentwicklung zeigt, wie schnell sich die Stimmung am Goldmarkt drehen kann. Von den Tiefständen des vergangenen Sommers aus hat sich der Preis kräftig erholt, notiert aber weiterhin spürbar unter dem Rekordhoch aus dem Januar. Die Kombination aus nachlassenden Zinserhöhungserwartungen, einem schwächeren Dollar und ungebrochener Nachfrage von Zentralbanken – insbesondere aus China – liefert dem Edelmetall derzeit mehrere Stützen gleichzeitig. Kurzfristig dürfte der Blick der Anleger nun auf den anstehenden US-Inflationsdaten und weiteren Signalen der Notenbank liegen, bevor sich zeigt, ob die Rally über die Marke von 4.400 Dollar hinaus Bestand hat.

Anzeige

Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | XC0009655157 | GOLD | boerse | 69926391 |