Gold, Millionen

Gold: 557 Millionen in SPDR-ETF am 24. Juli

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 00:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach wochenlangen Abflüssen verzeichnen Gold-ETFs wieder Zuflüsse. Zentralbankkäufe und Förderkosten prägen den Markt.

Gold-ETFs: Trendwende nach fünf Wochen Kapitalabflüssen
Glänzende Goldbarren auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche, symbolisch für Investitionen in Gold-ETFs. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fünf Wochen lang zogen Anleger Kapital aus Gold-ETFs ab. Jetzt kippt das Bild. Die jüngsten fünf Handelstage zeigen durchgehend Netto-Zuflüsse — ein klarer Bruch mit dem vorherigen Trend.

Der SPDR Gold Shares, der größte Gold-ETF der Welt, meldete am 24. Juli einen Zufluss von rund 557 Millionen US-Dollar. Das ist mehr als nur eine Randnotiz. Es deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger das aktuelle Preisniveau nach der Korrektur vom Januar-Hoch wieder als Einstieg begreifen.

Der Goldpreis hatte im Januar zeitweise über 5.500 Dollar gekostet. Aktuell notiert er bei 4.087,90 Dollar, ein Plus von 1,47 Prozent zum Vortag. Zum Rekordhoch bleibt weiterhin eine Lücke von 27,35 Prozent.

Zentralbanken kaufen weiter

Während private und institutionelle ETF-Anleger monatelang zögerten, blieb eine Käufergruppe konstant: die Zentralbanken. Allen voran die chinesische Notenbank PBoC.

Im Juni stockte die PBoC ihre Reserven zum 20. Mal in Folge auf. Sie kaufte 480.000 Feinunzen dazu und hält nun 75,4 Millionen Feinunzen. Analysten werten dieses Kaufverhalten als eine Art Preisuntergrenze. Selbst wenn steigende Anleiherenditen kurzfristig Druck erzeugen, federn die staatlichen Käufe größere Rücksetzer ab.

Förderer kämpfen mit steigenden Kosten

Auch auf der Angebotsseite tut sich etwas. Große Produzenten wie Newmont profitieren von den hohen Preisen und übertreffen ihre Gewinnerwartungen. Trotzdem rücken die Förderkosten stärker in den Fokus, denn höhere Investitionen und Energiepreise drücken auf die Margen.

In der Branche zeichnet sich ein Strategiewechsel ab. Statt einzelner isolierter Minen entwickeln Unternehmen zunehmend ganze Bergbau-Distrikte. Ein Beispiel ist der Eureka Mining District in Nevada, wo mehrere Lagerstätten parallel erschlossen werden. Das spart Kosten bei Infrastruktur und Geologie-Daten.

Die weltweite Förderung erreichte 2025 mit 3.671,6 Tonnen einen Rekordwert. Der Zuwachs zum Vorjahr fiel mit 0,6 Prozent trotz der hohen Preise moderat aus.

Der Blick geht Richtung Fed

Kurzfristig bestimmt die Geldpolitik das Bild. Der Goldpreis bewegte sich am Mittwoch zwischen etwa 4.007 und 4.070 Dollar, bevor er am Nachmittag auf 4.087,90 Dollar zulegte. Der RSI steht bei 48,1 — ein neutraler Wert, der weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale liefert.

Am Abend äußert sich Fed-Chef Kevin Warsh zur Zinspolitik. Fällt sein Ton restriktiv aus, könnte der Dollar weiter zulegen und Gold zurück in die Unterstützungszone zwischen 3.850 und 4.000 Dollar drücken. Signalisiert die Fed dagegen eine weniger aggressive Linie, gilt ein Test der Marke von 4.100 Dollar als technisch wahrscheinlich.

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