Gold, ETF-Zuflüsse

Gold: ETF-Zuflüsse stützen den Rücksetzer

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 03:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Günstigere Energie dämpft Inflationsängste und stützt Gold, während mögliche Zinserhöhungen in den USA und Europa weiter belasten.
Gestapelte Goldbarren auf einer dunklen Holzoberfläche bei sanftem Lichteinfall Illustration mit AI erstellt.

Laut Bloomberg lindern sie die Inflationssorgen und locken nach dem starken Rückgang Käufer an. Damit setzt das Edelmetall nach einer Tagesveränderung von -3,6% am Freitag zu einer Erholung an. Die Entlastung betrifft vor allem die Zinsängste, die Gold zuletzt belastet haben.

Bloomberg verweist außerdem auf diplomatische Signale der USA gegenüber Iran als Belastungsfaktor für den Ölpreis. Für Gold ergibt sich daraus ein verändertes Umfeld: Während steigende Energiekosten zuletzt Inflationsbefürchtungen verstärkten, nimmt der jüngste Rückgang etwas Druck aus dieser Entwicklung. Hinzu kommen Anleger, die das niedrigere Preisniveau für Käufe nutzen.

Ölpreise verändern den Blick auf Zinsen

Die Gegenbewegung knüpft an einen bereits beobachteten Zusammenhang an. Reuters berichtete am 26. Oktober ebenfalls über eine Erholung des Goldpreises bei rückläufigen Ölpreisen. Damals spielten Hoffnungen auf eine Entspannung der Spannungen zwischen den USA und Iran eine Rolle.

Am Freitag wirkte dieser Mechanismus in die andere Richtung. Reuters führte die Belastung für Gold auf steigende Ölpreise und anhaltende US-Inflation zurück. Beides verstärkte die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve. Die heutige Erholung stellt damit zunächst eine Entlastung bei diesen Erwartungen dar, nicht die Bestätigung eines dauerhaft günstigeren Zinsumfelds.

Auch aus Europa bleibt das Zinsrisiko bestehen. Die Europäische Zentralbank verwies am Donnerstag auf wachsende Inflationsrisiken durch hohe Energiekosten und signalisierte eine mögliche Zinserhöhung im Dezember. Am Freitag hielten EZB-Vertreter laut Reuters einen weiteren Zinsschritt weiterhin für möglich. Das belastet die Nachfrage nach unverzinslichem Gold.

ETF-Nachfrage liefert ein Gegengewicht

Neben den kurzfristigen Käufen nach dem Rücksetzer gibt es Hinweise auf Nachfrage über börsengehandelte Goldfonds.

Diese Zuflüsse stehen dem von Zinssorgen geprägten Marktumfeld gegenüber. Sie zeigen, dass die Nachfrage über Goldfonds trotz der Belastungsfaktoren nicht durchgehend ausbleibt. Einen Beleg für eine dauerhafte Preiswende liefern sie allerdings nicht.

Für die Einordnung der heutigen Erholung bleibt deshalb entscheidend, dass ihr unmittelbarer Auslöser im Ölmarkt liegt. Niedrigere Energiepreise entschärfen die Inflationssorgen etwas. Die von den Notenbanken signalisierten Zinsrisiken sind damit jedoch nicht verschwunden. Gold erhält kurzfristig Unterstützung, ohne dass der zentrale Belastungsfaktor bereits ausgeräumt wäre.

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