Gold, ETFs

Gold: ETFs ziehen 10 Milliarden Dollar an

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ETF-Zuflüsse und Zentralbankkäufe stützen die Nachfrage, während höhere Ölpreise, US-Renditen und ein fester Dollar Gold belasten.
Ein einzelner Goldbarren auf einer dunklen Schieferplatte in einem schwach beleuchteten Tresor. Illustration mit AI erstellt.

Steigende Ölpreise und die Unsicherheit vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve belasten Gold heute weiter. Die höheren Energiepreise verstärken die Inflationssorgen. Damit stehen kurzfristige Belastungen einer weiterhin kräftigen Nachfrage von Goldfonds und Zentralbanken gegenüber.

Dollar und Renditen setzen den Rahmen

Reuters berichtete am Montag über einen festeren US-Dollar und höhere US-Renditen als zusätzliche Gegenwinde für Gold. Zusammen mit den Ölpreisen prägen diese Faktoren die vorsichtige Haltung vor dem nächsten Zinsentscheid.

Die Marktberichterstattung erwartet unveränderte Leitzinsen. Das ist eine Erwartung, keine bereits getroffene Entscheidung. Für die Einordnung der nächsten Preisbewegung bleibt daher entscheidend, wie die tatsächliche Entscheidung zu diesem Szenario passt.

Der Schlusskurs von gestern bei 4.022,49 USD je Feinunze verdeutlicht den Druck auf Gold. Die anhaltenden Käufe langfristig orientierter Nachfrager haben die jüngsten Belastungen damit nicht aufgefangen. Nachfrage und Preisentwicklung laufen derzeit nicht im Gleichschritt.

Prognosesenkung mit längerfristigem Gegengewicht

Auch bei den Analysten schlägt sich das schwierigere Umfeld nieder. Für 2027 erwartet das Haus im Durchschnitt 5.200 US-Dollar je Unze.

Die niedrigeren Prognosen bedeuten allerdings keine uneingeschränkt negative Einschätzung. Die Analysten verwiesen zugleich auf die Nachfrage der Zentralbanken und das begrenzte Wachstum der Minenproduktion. Ihre Argumentation trennt damit den kurzfristigen Gegenwind von Faktoren, die Gold längerfristig unterstützen könnten.

FĂĽr Anleger sind die Prognosen deshalb vor allem als Szenario einzuordnen. Sie beschreiben erwartete Preisniveaus und keine zugesicherte Erholung.

Käufer bleiben trotz Gegenwind aktiv

Ein Gegengewicht liefern die vor rund zwei Wochen gemeldeten Gold-ETF-Zuflüsse für September. Nach Angaben des World Gold Council flossen weltweit 10 Milliarden US-Dollar in diese Fonds. Ihre Bestände stiegen um 67 Tonnen auf 4.256 Tonnen.

Diese ZuflĂĽsse dokumentieren das Interesse an Goldanlagen. Sie beseitigen aber nicht die Belastungen durch Dollar, Renditen und die Unsicherheit ĂĽber den weiteren geldpolitischen Kurs.

Auch die Zentralbanknachfrage blieb positiv. Der World Gold Council meldete für August Nettokäufe von 39 Tonnen. Für September wurden vorläufig 63 Tonnen berichtet; diese Angabe ist noch nicht endgültig.

Das Gesamtbild ist damit zweigeteilt: Die Käuferbasis bietet Unterstützung, während das makroökonomische Umfeld den Preis belastet. Der nächste Fed-Entscheid ist der konkrete Terminanker für diese Spannung — nicht der Beleg für eine bereits eingeleitete Trendwende.

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