Gold: Ghana stoppt Exporte über GoldBod
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 06:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deSteigende Anleiherenditen und ein fester US-Dollar haben das Edelmetall spürbar belastet. Am Freitag ging die Feinunze bei 4.144,04 US-Dollar aus dem Handel.
Spekulanten weichen und ETF-Bestände schrumpfen
Die wachsende Zurückhaltung institutioneller Investoren spiegelt sich unmittelbar in den Marktstatistiken wider. Laut Reuters sanken die Netto-Longpositionen von Vermögensverwaltern nach Daten der Terminmarktaufsicht CFTC in der Woche bis zum 22. September auf das niedrigste Niveau seit Ende Juli. Marktteilnehmer bauten damit ihre Wetten auf steigende Notierungen merklich ab.
Parallel dazu hielten die Verkäufe bei den börsengehandelten Fonds an. Wie Reuters unter Berufung auf den World Gold Council berichtete, verzeichneten Gold-ETFs in der Vorwoche Abflüsse von 1,6 Tonnen. Das globale Gesamtvolumen dieser Bestände reduzierte sich damit auf 4.249 Tonnen. Das nachlassende Interesse der ETF-Anleger entzieht dem Markt eine wichtige Stütze, die in früheren Phasen Kursrückgänge abgefedert hatte.
Nachfragedelle in Asien und Exportstopp in Ghana
Auch von der physischen Nachfrage kamen zuletzt keine stützenden Impulse. Reuters meldete ein spürbar nachlassendes Kaufinteresse im chinesischen Markt im Vorfeld der dortigen Feiertage vom 1. bis 7. Oktober. Die lokalen Preisaufschläge gegenüber der weltweiten Benchmark schwächten sich ab und fielen bis zum Ende der Vorwoche auf null zurück.
Auf der Angebotsseite zeichnen sich unterdessen staatliche Eingriffe in wichtigen Förderländern ab. In Ghana priorisiert die Zentralbank nach Aussage ihres Gouverneurs Johnson Asiama den Wiederaufbau der Devisenreserven.
Vor diesem Hintergrund setzte der staatliche Goldkäufer GoldBod seine Exporte bereits seit August aus. Die Goldreserven des westafrikanischen Landes beliefen sich im Juni 2026 auf 24,4 Tonnen, nachdem sie ein Jahr zuvor noch bei 33 Tonnen gelegen hatten.
Zum Ende der Handelswoche notierte das Edelmetall mit einem Abstand von 26 Prozent deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar, das Ende Januar markiert worden war. Das Zusammenspiel aus veränderten Zinserwartungen, Abflüssen bei Anlagefonds und einer temporären Nachfrageschwäche in Schlüsselmärkten lastet weiterhin spürbar auf der Preisentwicklung.
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