Gold: StÀrkster Wochenverlust seit Juni
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deNach dem spĂŒrbaren RĂŒcksetzer der vergangenen Tage sucht der Goldpreis nach einer stabilen Basis. Nachdem das Edelmetall in der abgelaufenen Handelswoche bis zum Freitag mit einem Minus von 3,6 Prozent den stĂ€rksten Wochenverlust seit Juni hinnehmen musste, rĂŒcken verstĂ€rkt physische Nachfrageimpulse in den Vordergrund. Am heutigen Montag notiert die Feinunze bei 4.012,77 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 0,4 Prozent entspricht.
Asiatische KÀufer dÀmpfen den AbwÀrtsdruck
Wesentliche UnterstĂŒtzung erfĂ€hrt der Markt derzeit aus Asien, wo die Konsumnachfrage anzieht. Nach Angaben von Kavita Chacko vom Branchenverband World Gold Council verengten sich die PreisabschlĂ€ge fĂŒr Gold auf dem indischen Markt deutlich: Lagen die AbschlĂ€ge im September noch bei durchschnittlich 66 US-Dollar je Unze, sanken sie bis zum 16. Oktober auf 8 US-Dollar je Unze. Chacko begrĂŒndete diese Entwicklung mit einer saisonal anziehenden Nachfrage.
Flankiert wird diese Entwicklung von kontinuierlichen ZukĂ€ufen der WĂ€hrungshĂŒter. Daten des World Gold Council belegen, dass die Peopleâs Bank of China ihre Reserven im September um 23 Tonnen aufstockte, womit sich die KĂ€ufe der chinesischen Notenbank im dritten Quartal auf 63 Tonnen beliefen.
Die Analysten von Goldman Sachs schÀtzten zudem, dass die weltweiten Zentralbanken im August insgesamt 79 Tonnen Gold erwarben. Vor dem Jahr 2022 lag der monatliche Schnitt nach SchÀtzung der Bank noch bei rund 17 Tonnen.
Zinsausblick bremst Erholungsversuche
Trotz der stabilisierenden KĂ€ufe aus dem Konsum- und Notenbankensektor bleibt das ĂŒbergeordnete Umfeld anspruchsvoll. Laut Berichten von Reuters hatten zuletzt steigende Ălpreise, wieder aufflammende Inflationssorgen und die Erwartung lĂ€ngerfristig hoher Zinsen den Markt belastet. Mit dem aktuellen Preisniveau liegt der Rohstoff rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar.
Investoren richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die anstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober. ZusĂ€tzliche Impulse erwarten Marktteilnehmer von der Veröffentlichung des US-PCE-InflationsmaĂes, die fĂŒr den 29. Oktober angekĂŒndigt ist.
Bereits vor gut drei Wochen hatte der World Gold Council auf eine hohe Anlagebereitschaft verwiesen, als fĂŒr September weltweite NettozuflĂŒsse von rund 10 Milliarden US-Dollar in goldgedeckte ETFs gemeldet wurden, was die BestĂ€nde auf 4.256 Tonnen steigen lieĂ.
Perspektiven durch digitale Veranlagungen
Ăber die kurzfristigen Zinssignale hinaus zeichnen sich strukturelle VerĂ€nderungen bei der Nachfrage ab. In einem Bericht zu digitalen Goldprodukten bezifferte der World Gold Council das Potenzial neuer Anlageformen.
Im Basisszenario schĂ€tzt die Organisation, dass bis zum Jahr 2031 ein zusĂ€tzliches Nachfragevolumen von rund 95 Milliarden US-Dollar ĂŒber digitale Instrumente entstehen könnte. Der Markt bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen kurzfristigen geldpolitischen Belastungen und einer anhaltend festen physischen Nachfragebasis.
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