Gold, Waller

Gold: Waller bremst Zinssorgen

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 03:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gold nähert sich nach dem Wochentief wieder 4.500 Dollar. Wallers Zinssignal und ein schwächerer Dollar stützen die Erholung vorerst.

Goldpreis erholt sich: Waller dämpft Sorgen vor Zinserhöhung
Ein einzelner Goldbarren auf einem dunklen Holztisch in einem Büro mit natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Goldpreis hat sich von seinem Wochentief deutlich erholt und hält sich nahe 4.500 Dollar je Feinunze. Auslöser der Kehrtwende: Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte, dass er bei der Sitzung am 15. und 16. September für stabile Zinsen stimmen könnte, sollten die Inflationsdaten weiter nachgeben.

Das saß. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist von rund 70 Prozent zu Wochenbeginn auf nahezu 50:50 gefallen. Niedrigere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold relativ attraktiver – ein klassischer Reflex, der sich am Markt sofort zeigte.

Schwacher Dollar verstärkt die Bewegung

Der Dollar-Index gab nach, während der japanische Yen seinen besten Tag seit der Währungsintervention vor gut einem Monat verzeichnete. Ein schwächerer Dollar verbilligt Gold für Käufer außerhalb der USA und trug zusätzlich zur Erholung bei. Hinzu kommt eine leichte Entspannung bei Öl und Anleiherenditen, nachdem sich die jüngste Eskalation im Nahen Osten offenbar beruhigt hat.

Die Erholung folgt auf einen deutlichen Rücksetzer: Erst am Wochenanfang war Gold auf rund 4.282 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit knapp vier Wochen. Der Bruch der 200-Tage-Linie bei etwa 4.526 Dollar hatte charttechnisch kurzfristig Schaden angerichtet, an der übergeordneten Einschätzung – eine Bodenbildung oberhalb des Junitiefs bei 3.942 Dollar – änderte das laut Marktbeobachtern jedoch nichts.

Arbeitsmarktdaten als nächster Test

Der Blick richtet sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Erwartet werden 55.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach einem Minus von 23.000 im Vormonat, bei einer Arbeitslosenquote von weiterhin 4,1 Prozent.

Fallen die Zahlen schwächer aus als prognostiziert, dürfte das die Zinssenkungshoffnungen und damit den Goldpreis weiter stützen – ein deutlich stärkerer Bericht könnte die Erholung dagegen schnell wieder infrage stellen.

Parallel dazu wächst das Angebot an Handelsinstrumenten rund um den Rohstoff: Neue, nie verfallende Terminkontrakte auf Gold und Silber sollen den Handel künftig rund um die Uhr ermöglichen – ein Trend, der die Liquidität im Markt zusätzlich beeinflussen dürfte.

Die kommenden Inflationsdaten der nächsten Woche gelten als zweiter entscheidender Prüfstein für Wallers Zinsargumentation. Bestätigen sie die Disinflation, bleibt der Weg für eine Zinspause frei – und damit auch für weiteres Aufwärtspotenzial bei Gold.

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