Gold, Zentralbanken

Gold: Zentralbanken stützen 4.000er-Marke

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 09:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dollarstärke und hohe Renditen belasten Gold, während Notenbankkäufe und Diversifizierung die Bedeutung des Edelmetalls erhalten.

Goldpreis nahe 4.140 Dollar: Zentralbanker stützen die Nachfrage
Mehrere glänzende Goldbarren auf einem dunklen Untergrund, beleuchtet durch weiches, kinoreifes Licht. Illustration mit AI erstellt.

Gold hält sich knapp über 4.100 Dollar, doch die Charttechnik sieht schwach aus. Zinsen, Dollar und Anleiherenditen drücken auf den Preis, Notenbanken halten dagegen.

Dollar und Renditen belasten

Die Feinunze notiert bei rund 4.140 Dollar und hat sich damit kaum bewegt, nachdem sie die größte Wochenverluste seit Juni verkraften musste. Im September verlor das Metall mehr als 6 Prozent. Treiber waren energiegetriebene Inflationssorgen, höhere US-Zinserwartungen und ein stärkerer Dollar.

Der Greenback profitiert von der politischen Unsicherheit in Frankreich. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten. Ein starker Dollar verteuert Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen. Hinzu kommen langlaufende US-Renditen auf mehrjährigen Höchstständen, was das Halten des zinslosen Metalls teurer macht.

Etwas Entlastung kam zuletzt vom Arbeitsmarkt. Nach schwächer als erwarteten US-Beschäftigungszahlen sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Oktober auf etwa 20 Prozent, vor einer Woche waren es noch rund 70 Prozent. Bis Dezember preisen die Märkte weiter einen vollen Zinsschritt ein. Die Protokolle der September-Sitzung der Fed, bei der die Notenbank erstmals seit drei Jahren die Zinsen anhob, erscheinen Mitte der Woche.

Notenbanker verteidigen den Reservestatus

Rückendeckung kommt von den Währungshütern selbst. Auf der Konferenz der London Bullion Market Association in Sorrento nannte Italiens Vize-Notenbankchef Sergio Nicoletti Altimari Gold "wahrscheinlich das" Krisenasset schlechthin.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel räumte ein, dass steigende Renditen Anleihen für Reserveverwalter attraktiver machten. Dennoch bleibe Diversifizierung in Gold wegen geopolitischer Spannungen und Kreditrisiken hoher Staatsschulden sinnvoll.

Die klassische Verbindung zwischen Gold und Realzinsen hat sich laut Altimari seit 2022 deutlich gelockert. Der Preis liegt in diesem Jahr nur rund 4 Prozent im Minus, obwohl die Renditen stark gestiegen sind. Notenbankkäufe dürften 2026 zwar um 15 Prozent auf 720 Tonnen sinken, bleiben aber über dem Niveau vor 2022. In China übertreffen Barren- und Münzkäufe erstmals den Schmuckkonsum.

Charttechnik zeigt Schwäche

Im 5-Stunden-Chart verteidigt Gold die Unterstützungszone um 4.133 Dollar, die bereits zweimal getestet wurde. Der Kurs liegt unter der 200-Perioden-Linie bei etwa 4.417 Dollar und unter der Ichimoku-Wolke. Ein fast vollendetes absteigendes Dreieck spricht eher für einen Bruch nach unten.

Fällt der Preis nachhaltig unter 4.133 Dollar, rücken 4.050 und darunter 3.850 Dollar in den Blick. Erholungsimpulse wären erst oberhalb von 4.260 Dollar glaubwürdig. Zwischen 4.150 und 4.186 Dollar erwartet die Chartanalyse eine unruhige Seitwärtszone mit Fehlausbrüchen.

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