Goldman Sachs Aktie: Analysten mit doppeltem Blick
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman Sachs zeigt an diesem Montag, wie breit das Analysehaus zwischen Geldpolitik und Devisenmärkten aufgestellt ist. Während die eigenen Ökonomen die Kommunikationsstrategie der US-Notenbank unter die Lupe nehmen, schließt der Handelstisch der Bank gleichzeitig eine Währungswette in Asien mit kleinem Gewinn ab.
Fed-Kommunikation: Goldman sieht keine Gefahr für die Geldpolitik
Die hauseigenen Analysten Joseph Briggs und Megan Peters kommentierten die Bemühungen von Fed-Chairman Kevin Warsh um eine zurückhaltendere Kommunikation der Notenbank. Ihre Einschätzung fällt gelassen aus: Eine solche Anpassung würde die Fed lediglich näher an das Transparenzniveau anderer großer Zentralbanken heranführen.
Aktuell veröffentlicht die US-Notenbank detailliertere Wirtschafts- und Zinsprognosen der einzelnen FOMC-Mitglieder als vergleichbare Institutionen im Ausland – ein Vorsprung, der laut Goldman Sachs auch bei einer kommunikativen Straffung nicht verloren gehen müsste. Die Wirksamkeit der Geldpolitik sehen die Analysten dadurch nicht gefährdet.
Devisen-Trade in Asien ausgelaufen
Auf der Handelsseite schloss Goldman Sachs am Montag eine Short-Position im thailändischen Baht gegenüber der indischen Rupie. Die im Juni eröffnete Wette brachte einen Gewinn von knapp einem Prozent, größtenteils getrieben durch aufgelaufene Zinsdifferenzen. Auslöser der ursprünglichen Position waren Devisenmaßnahmen der indischen Zentralbank, die Kapitalzuflüsse anlocken sollten.
Der thailändische Baht stand während der Laufzeit unter Druck – negative Realzinsen und ein ins Minus gerutschtes Leistungsbilanzsaldo belasteten die Währung zusätzlich. Maßnahmen der Bank of Thailand zur Regulierung des Goldhandels dämpften zwar die Korrelation zwischen Goldpreis und Baht, steigende Goldnotierungen bleiben laut Goldman Sachs aber ein Risikofaktor für das Ausmaß der Baht-Schwäche.
Für die indische Rupie rechnet die Bank kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung zum Dollar in einer Spanne von 94 bis 96. Als Begründung nennt Goldman Sachs mehrere Entlastungsfaktoren: gesunkene Ölpreise, verbesserte Direktinvestitionszuflüsse im zweiten Quartal sowie wieder positive Aktienzuflüsse ausländischer Investoren.
Die vorzeitige Schließung eines Dollar-Einlagenprogramms der indischen Notenbank zum 31. August wertet die Bank als Signal, dass sich der Druck auf die Zahlungsbilanz bereits spürbar entspannt hat.
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