GoPro, Aktie

GoPro Aktie: Strategische Prüfung bis 6. Januar 2027

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 16:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GoPro senkt Kosten und prüft einen Verkauf, während Umsatz und Kameraverkäufe fallen. Morgan Stanley reduziert das Kursziel auf 0,50 US-Dollar.

GoPro-Aktie steigt, doch Verluste und Nasdaq-Frist belasten
Actionkamera an einem Mountainbike vor einer verschwommenen Bergkulisse als Symbol für strategische Unternehmensplanung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-amerikanische Kamerahersteller GoPro verzeichnete am heutigen Donnerstag im frühen Handel einen deutlichen Kurszuwachs von 7,1 % auf 0,5440 €. Diese Kursbewegung erfolgt in einer kritischen Phase für das Unternehmen, das derzeit gegen einen massiven Wertverlust von 57 % seit Jahresbeginn ankämpft.

Während an der Börse eine Erholungsbewegung einsetzt, steht das Management unter erheblichem Zeitdruck, sowohl die operativen Verluste einzudämmen als auch die regulatorischen Anforderungen für den Verbleib an der Technologiebörse Nasdaq zu erfüllen.

Operative Neuausrichtung und Stellenabbau

Um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern, hat GoPro bereits tiefgreifende Sparmaßnahmen eingeleitet. Wie das Unternehmen im Rahmen der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen für das zweite Quartal berichtete, wurde ein Restrukturierungsplan umgesetzt, der eine Reduzierung der weltweiten Belegschaft um 23 % vorsieht.

Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die schwache Nachfrage im Hardware-Bereich. Im abgelaufenen Quartal sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 31 % auf 105 Millionen US-Dollar. Besonders deutlich wurde der Rückgang bei den Verkaufszahlen: Mit 291.000 Einheiten setzte GoPro 38 % weniger Kameras ab als im Vorjahreszeitraum.

Trotz der rückläufigen Hardware-Verkäufe zeigt das Dienstleistungssegment eine positive Tendenz. Die Einnahmen aus Abonnements und Services stiegen um 11 % auf 29 Millionen US-Dollar. Damit steuert dieser Bereich mittlerweile 28 % zum Gesamtumsatz bei.

Parallel dazu versucht das Unternehmen, durch Produktinnovationen wie die MISSION 1 Serie und neue Creator-Kits für Vlogger wieder Marktanteile zu gewinnen. Um die finanzielle Führung zu stärken, wurde am 18. August Brian Tratt offiziell in eine leitende Finanzposition befördert, nachdem er bereits seit März die Aufgaben des CFO wahrgenommen hatte.

Strategische Prüfung und drohende Fristen

Ein wesentlicher Faktor für das Vertrauen der Anleger ist der formale Prozess zur Prüfung strategischer Alternativen. Wie das Management vor rund zwei Wochen bestätigte, befindet sich dieser Prozess bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

GoPro prüft dabei Optionen wie einen Verkauf oder eine Fusion, nachdem Anfragen von Interessenten aus der Verteidigungsindustrie sowie dem Finanz- und Konsumgütersektor eingegangen waren. Die Investmentbank Houlihan Lokey begleitet das Verfahren als Finanzberater.

Der Zeitplan für eine strategische Lösung ist eng gesteckt. Aufgrund bestehender Kreditvereinbarungen ist das Unternehmen verpflichtet, bis zum 6. Januar 2027 eine Refinanzierung, einen Verkauf oder eine andere wertsteigernde Transaktion abzuschließen.

Zusätzlich erschwert der niedrige Aktienkurs die Situation: Am 24. Juli erhielt das Unternehmen eine Mitteilung der Nasdaq, da der Kurs über einen längeren Zeitraum unter der geforderten Marke von einem US-Dollar notierte. Sollte GoPro den Mindestpreis nicht nachhaltig zurückerobern, droht der Ausschluss vom Handel an der Technologiebörse.

Analysten bleiben angesichts hoher Verluste skeptisch

Trotz der laufenden Verkaufsgespräche und der neuen Produktserie MISSION 1 bewerten Analysten die Lage weiterhin vorsichtig. Der Nettoverlust des Unternehmens belief sich im zweiten Quartal auf 51 Millionen US-Dollar, was eine erhebliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahresverlust von 16 Millionen US-Dollar darstellt. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 29 Millionen US-Dollar.

Die Experten von Morgan Stanley reagierten auf diese Entwicklung am 11. August mit einer drastischen Senkung des Kursziels von 1,30 US-Dollar auf 0,50 US-Dollar. Das Analysehaus behielt zudem seine Einstufung auf "Underweight" bei.

Diese Skepsis spiegelt die Herausforderung wider, die Kostenstruktur schnell genug an die sinkenden Hardware-Umsätze anzupassen, während gleichzeitig die hohen Ausgaben für Forschung und Marketing beibehalten werden müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Gründer Nicholas Woodman hatte das Unternehmen erst am 13. Juli durch eine Finanzierung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar unterstützt, um den operativen Spielraum kurzfristig zu sichern.

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