Gorilla Technology Aktie: Pipeline knackt 10 Milliarden
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gorilla Technology fährt zweigleisig – und beide Spuren liefern Zahlen, die aufhorchen lassen. Auf einer Investorenkonferenz präsentierte das Management frische Wachstumsziele, während in Taiwan zeitgleich ein weiterer Großauftrag für die Sicherheitssparte unter Dach und Fach kam.
Von 101 Millionen auf bis zu 1,8 Milliarden
Die Zahlen, die CEO Jay Chandan und CFO Bruce Bower auf der Water Tower Research Konferenz präsentierten, zeichnen ein Bild rasanter Beschleunigung. Der Umsatz kletterte von 74 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf 101 Millionen Dollar in 2025. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits mehr als 78 Millionen Dollar – nahezu eine Verdopplung im Jahresvergleich.
Für das kommende Geschäftsjahr nennt das Management eine Umsatzprognose von 450 bis 500 Millionen Dollar. Als längerfristige Ambition steht sogar eine Spanne von 1,3 bis 1,8 Milliarden Dollar im Raum – ausdrücklich kein formelles Ziel, sondern eine Wachstumsperspektive.
Treiber ist vor allem das indische Yotta-Projekt, das laut Unternehmensangaben ein Vertragsvolumen von rund 2,5 bis 2,6 Milliarden Dollar umfasst und bis Jahresende 2026 mehr als 25.000 GPUs ausrollen soll.
Bei der Marge zeigt sich allerdings noch Luft nach oben. Die Bruttomarge lag zuletzt bei mageren 17 Prozent, belastet durch Währungseffekte und Einmalkosten beim Yotta-Rollout.
Das Management stellt für das kommende Jahr eine Bruttomarge von über 50 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von mehr als 20 Prozent in Aussicht – getragen von margenstärkeren Infrastrukturerlösen, die laut Unternehmen bei über 70 Prozent liegen können, während das klassische Sicherheitsgeschäft bei rund 30 Prozent verbleibt.
Taiwan bringt weiteren Regierungsauftrag
Parallel zur Infrastruktur-Story baut Gorilla sein angestammtes Geschäft aus. In Taiwan hat das Unternehmen einen mehrjährigen Auftrag im zweistelligen Millionenbereich mit einer der größten Ermittlungsbehörden Asiens gesichert – eine Erweiterung einer bestehenden Zusammenarbeit um neue KI-Analytik und Nvidia-B300-Rechenkapazität.
Der Auftrag soll laut Unternehmensangaben vom vierten Quartal 2026 bis zum vierten Quartal 2027 umgesetzt werden und ergänzt Gorillas bereits laufende Regierungsprojekte in Ägypten.
Insgesamt beziffert das Management die Gesamt-Pipeline mittlerweile auf über 10 Milliarden Dollar, ein deutlicher Sprung gegenüber den zuvor kommunizierten 7 Milliarden Dollar. Neben Indien und Taiwan zählen Indonesien, Thailand und Malaysia zu den Wachstumsmärkten, in denen Gorilla Rechenzentren und Netzwerkinfrastruktur aufbaut.
Das Unternehmen hat zudem eine eigene Finanzierungseinheit namens Gorilla Tech Capital aufgesetzt, die langfristige Projektfinanzierungen über fünf bis neun Jahre strukturieren soll. Eine kürzlich erhaltene B–Bonitätsbewertung von Fitch mit positivem Ausblick soll dabei den Zugang zu institutionellem Kapital erleichtern.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die ambitionierten Wachstumsziele auch in der Marge niederschlagen. Die restlichen Yotta-1-Lieferphasen sollen bis Anfang Oktober abgeschlossen sein, die größere Yotta-2-Tranche mit 20.736 GPUs startet dann in Blöcken zu je 5.000 Einheiten.
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