Grammer, Aktie

Grammer Aktie: Amerika bremst Ergebnis

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Anlaufkosten und Zölle belasten Amerika; das Ergebnisziel sinkt, wÀhrend Grammer den Umsatzausblick beibehÀlt.
Moderne Produktionshalle der Automobilindustrie in stimmungsvoller Beleuchtung als Symbol fĂŒr industrielle Herausforderungen. Illustration mit AI erstellt.

Umsatz rauf, Ergebnisprognose runter: Grammer hat heute Morgen Neunmonatszahlen vorgelegt, die zwei Gesichter zeigen. Die Aktie notierte zum Zeitpunkt der Meldung bei 10,80 Euro und lag damit gut fĂŒnf Prozent im Plus. Offenbar hatten Marktteilnehmer mit Schlimmerem gerechnet.

Wachstum aus Asien, Probleme in Amerika

Der Konzernumsatz stieg in den ersten neun Monaten um 3,5 Prozent auf 1.435,6 Millionen Euro. Beide Produktbereiche legten zu: Automotive um 2,6 Prozent, Commercial Vehicles um 5,1 Prozent. Den grĂ¶ĂŸten Schub lieferte die Region APAC mit einem Plus von 13,6 Prozent, getrieben von der starken Nachfrage nach Offroad- und Rail&Road-Sitzen.

In Europa wuchs das GeschÀft um 1,6 Prozent, die ProfitabilitÀt verbesserte sich dort deutlich. Das operative EBIT in EMEA kletterte auf 53,5 Millionen Euro, nach 34,6 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Sparprogramm "Top 10" und Restrukturierungen zeigen Wirkung.

Ganz anders AMERICAS. Der Umsatz sank um 5,2 Prozent, das operative EBIT rutschte auf minus 16,2 Millionen Euro. Als GrĂŒnde nennt das Unternehmen unerwartet hohe Anlaufkosten fĂŒr neue Projekte nach dem Produktionsstart im Juli, Folgen des US/Iran-Konflikts sowie US-amerikanische und mexikanische Sonderzölle.

Drittes Quartal drĂŒckt die Prognose

Auf Konzernebene stieg das operative EBIT in den neun Monaten um 6,6 Prozent auf 53,2 Millionen Euro, die Marge liegt bei 3,7 Prozent. Das ausgewiesene EBIT erreichte 57,6 Millionen Euro, nach 42,4 Millionen im Vorjahr.

Im dritten Quartal kippte das Bild. Obwohl der Umsatz um 9,5 Prozent zulegte, sank das operative EBIT auf 11,5 Millionen Euro, nach 14,3 Millionen ein Jahr zuvor. Grammer rechnet damit, dass die Belastungen auch das vierte Quartal prÀgen.

Folgerichtig kappt der Vorstand das Ergebnisziel: FĂŒr 2026 erwartet er nun ein operatives EBIT von rund 70 Millionen Euro statt etwa 80 Millionen. Der Umsatzausblick von rund 1,9 Milliarden Euro bleibt bestehen.

Bilanz: mehr Schulden, mehr Eigenkapital

Die Bilanzsumme stieg auf 1.856,4 Millionen Euro. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten legten um knapp 77 Millionen Euro auf 452,0 Millionen Euro zu. Das Eigenkapital wuchs um 14,2 Prozent auf 318,2 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt mit 17,1 Prozent leicht unter dem Wert zum Jahresende.

Der Fokus liegt nun auf der Stabilisierung in Amerika. Gelingt das, könnte sich die LĂŒcke zwischen den starken Regionen EMEA und APAC und dem Sorgenkind schließen. Bis dahin bleibt das vierte Quartal die nĂ€chste BewĂ€hrungsprobe fĂŒr die gesenkte 70-Millionen-Euro-Marke.

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