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Gran Tierra Energy Aktie: Milliarden-Deal vereinbart

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gran Tierra verkauft sein Südamerika-Geschäft für 1,33 Mrd. Dollar an Maurel & Prom und plant eine Neuausrichtung auf Kanada und Aserbaidschan.

Gran Tierra Energy: Kompletter SĂĽdamerika-Ausstieg fĂĽr 1,33 Milliarden Dollar
Moderne Industrieanlage in der Ă–l- und Gasbranche bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Gran Tierra Energy zieht sich aus Südamerika zurück. Die Gesellschaft hat eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf ihres gesamten Öl- und Gasgeschäfts in Kolumbien und Ecuador unterzeichnet — praktisch das komplette Südamerika-Portfolio des Unternehmens. Käufer ist der Pariser Konzern Établissements Maurel & Prom, mehrheitlich kontrolliert von einer Tochter des indonesischen Staatskonzerns Pertamina.

Der Deal im Detail

Die Transaktion bewertet das veräußerte Geschäft mit insgesamt 1,33 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist die Übernahme nahezu sämtlicher Verbindlichkeiten durch den Käufer, einschließlich der bestehenden Anleihen und der Vorauszahlungsvereinbarung von Gran Tierra. Nach Abzug dieser Posten und der Ablöse der 2027 fälligen Senior Notes soll ein Nettoerlös von rund 315 Millionen Dollar verbleiben — etwa 250 Millionen Dollar direkt zum Closing, die restlichen 65 Millionen Dollar folgen 364 Tage später über eine unbesicherte Schuldverschreibung.

Veräußert werden rund 29.000 Barrel Öläquivalent Tagesproduktion aus dem ersten Halbjahr 2026, etwa 144 Millionen Barrel nachgewiesener und wahrscheinlicher Reserven sowie knapp 1,4 Millionen Bruttoacres Fläche in Kolumbien und Ecuador. Das Management beziffert den anteiligen Nettovermögenswert der verbleibenden Gesellschaft auf rund 12,49 Dollar je Aktie — ein Aufschlag von etwa 83 Prozent auf den volumengewichteten 20-Tage-Durchschnittskurs vor der Ankündigung.

Ein Teil des Erlöses soll über einen Aktienrückkauf an die Aktionäre zurückfließen; Struktur, Umfang und Zeitplan will der Vorstand separat festlegen. Der Rest fließt in die Wachstumsprogramme in Kanada und Aserbaidschan, mit denen sich Gran Tierra künftig ohne nennenswerte Schulden positionieren will.

Der Vollzug steht noch unter Vorbehalt: Aktionäre müssen zustimmen, ebenso bestimmte Gläubiger und die Käufer der Vorauszahlungsvereinbarung, dazu kommen behördliche Freigaben in Kolumbien und Ecuador. Angepeilt wird ein Abschluss zum Jahresende 2026, mit wirtschaftlicher Wirkung rückwirkend zum 31. März 2026.

Quartalszahlen als Randnotiz

Nahezu zeitgleich legte Gran Tierra die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor — inhaltlich diesmal fast Nebensache neben dem Verkaufsplan. Die Produktion sank auf 41.501 Barrel Öläquivalent pro Tag, ein Rückgang von 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Grund waren geringere Fördermengen in Kolumbien und der Verkauf der kanadischen Simonette- und Lodgepole-Assets, teils ausgeglichen durch die im Dezember 2025 erworbenen Perico-Anteile in Ecuador.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 25 Millionen Dollar beziehungsweise 0,70 Dollar je Aktie — nach einem Verlust von 119 Millionen Dollar im ersten Quartal und einem Minus von 13 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 85 Millionen Dollar. Getragen wurde die Erholung von einem um 45 Prozent gestiegenen Brent-Preis, der die Umsätze aus Öl-, Gas- und NGL-Verkäufen um 25 Prozent auf 187 Millionen Dollar hob und den Netback je Barrel auf 34,73 Dollar trieb.

Operativ schloss das Unternehmen im Quartal seine 123 Millionen Dollar schwere Capital-Carry-Verpflichtung am Suroriente-Gemeinschaftsprojekt mit Ecopetrol ab und sicherte sich einen 49-Prozent-Anteil am Tisquirama-Block im kolumbischen Middle-Magdalena-Valley-Becken. In Kanada verkaufte Gran Tierra die Lodgepole-Assets für 12,8 Millionen kanadische Dollar und ließ sich von McDaniel neue Ressourcenschätzungen für die Gebiete Dawson Clearwater und Mount Head bestätigen — zusammen rund 67 Millionen Barrel unrisked Best-Estimate-Ressourcen.

Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über eine Barreserve von 127 Millionen Dollar bei einer Bruttoverschuldung von 606 Millionen Dollar und einer Nettoverschuldung von 479 Millionen Dollar. Mit dem Verkauf des Südamerika-Geschäfts dürfte sich diese Bilanz bis zum geplanten Closing zum Jahresende grundlegend verändern — hin zu einem weitgehend schuldenfreien Unternehmen mit Fokus auf Kanada und Aserbaidschan.

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