Grenergy Aktie: Gabriela fĂŒr 411 Millionen verkauft
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Grenergy Renovables verzeichnet heute einen deutlichen RĂŒckgang von 7,8 Prozent auf 82,60 Euro. Ein unmittelbarer unternehmensspezifischer Auslöser fĂŒr den aktuellen Kursrutsch liegt nicht vor. Der spanische Entwickler erneuerbarer Energien hatte erst am 16. September seine GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das erste Halbjahr 2026 vorgelegt.
KrÀftiges Gewinnplus durch ProjektverkÀufe
Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Grenergy Renovables den Nettogewinn um 112 Prozent auf 74,2 Millionen Euro. MaĂgeblich getrieben wurde dieses Ergebnis durch zwei VerkĂ€ufe von Vermögenswerten im zweiten Quartal. Als bedeutendste Transaktion schlug dabei die VerĂ€uĂerung des Solar- und Speicherprojekts Gabriela an CVC DIF mit einem Volumen von 411 Millionen Euro zu Buche.
Auch das operative GeschĂ€ft legte im selben Zeitraum spĂŒrbar zu. Der Umsatz kletterte um 51 Prozent auf 661,3 Millionen Euro, wĂ€hrend das EBITDA um 47 Prozent auf 126,5 Millionen Euro stieg.
Der Mittelzufluss aus der Gabriela-Transaktion fĂŒhrte zudem zu einer deutlichen Entlastung der Bilanz: Das VerhĂ€ltnis von Nettoverschuldung zu EBITDA verringerte sich von 8,1x auf 4,6x. Weitere Entschuldungsschritte ĂŒber kĂŒnftige Asset-Rotationen werden angestrebt.
AktienrĂŒckkaufprogramm und hohe InvestitionsplĂ€ne
Flankierend zu den Halbjahreszahlen reichte Grenergy bei der spanischen Wertpapieraufsicht CNMV ein AktienrĂŒckkaufprogramm ein. Dieses umfasst ein Volumen von bis zu 50 Millionen Euro beziehungsweise maximal 500.000 Aktien, was rund 1,7 Prozent des Grundkapitals entspricht. Das Programm lĂ€uft bis zum 30. Juni 2027 und wird von JB Capital Markets betreut.
Gleichzeitig bleibt der Kapitalbedarf fĂŒr den weiteren Ausbau hoch. Nach Investitionen in Höhe von 275 Millionen Euro im ersten Halbjahr â vor allem im Projekt Central Oasis â wird fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 mit einem weiteren Anstieg des CapEx um mindestens 600 Millionen Euro gerechnet. Medienberichten zufolge befinden sich zudem StromabnahmevertrĂ€ge ĂŒber knapp 3 zusĂ€tzliche Terawattstunden sowie mehr als 5 Gigawattstunden in Verhandlung.
Verzögerungen und regulatorische Unsicherheiten
Trotz des operativen Wachstums traten zuletzt auch Belastungsfaktoren auf. Bei groĂen Anlagen in Chile, darunter Gabriela und Elena, kam es zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme um zwei bis drei Monate. Dies verschiebt die zeitliche Erfassung der entsprechenden Erlöse. Zudem verbuchte das Unternehmen infolge von ProjektĂŒberprĂŒfungen eine Wertminderung von 10 Millionen Euro auf seine Entwicklungspipeline.
Hinzu kommt politische Unsicherheit im spanischen Heimatmarkt. Ein von der Regierung geplantes königliches Dekret könnte die Rahmenbedingungen fĂŒr die Projektentwicklung erneuerbarer Energien erschweren. Mit dem heutigen RĂŒcksetzer baut die Aktie ihren Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 135,60 Euro weiter aus.
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