GSK Aktie: Prognose trotz Quartalsbeat nicht angehoben
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deGSK hat heute mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen ĂŒbertroffen, die Jahresprognose aber nicht angehoben. Laut Reuters ĂŒberzeugte das Anleger nicht: Vor allem die UmsĂ€tze mit Impfstoffen und Exdensur blieben hinter den Erwartungen zurĂŒck. Damit steht dem soliden Wachstum im bereinigten GeschĂ€ft ein schwĂ€cheres Bild bei einzelnen Produkten und beim unbereinigten Ergebnis gegenĂŒber.
Bereinigtes Wachstum verdeckt Ergebnisbelastungen
Im dritten Quartal 2026 erzielte GSK einen Umsatz von 8,887 Milliarden ÂŁ. Zu konstanten Wechselkursen entsprach das einem Wachstum von 5%.
Der Umsatzanstieg schlug sich auch im bereinigten operativen Ergebnis nieder. Beim bereinigten Gewinn je Aktie fiel der Fortschritt allerdings geringer aus. Die Kennzahlen liefern deshalb kein einheitliches Wachstumssignal.
Der bereinigte operative Gewinn erreichte 3,076 Milliarden ÂŁ und stieg zu konstanten Wechselkursen um 5%. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte auf derselben Basis lediglich um 1% zu.
Deutlich schwĂ€cher entwickelte sich das unbereinigte Ergebnis. FĂŒr Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Der Zuwachs im bereinigten GeschĂ€ft bedeutet nicht, dass auch der ausgewiesene Gewinn gestiegen ist.
Der gesamte operative Gewinn sank zu konstanten Wechselkursen um 16%, der gesamte Gewinn je Aktie um 21%. Im Ergebnis waren Restrukturierungsaufwendungen von 328 Millionen ÂŁ enthalten.
Die Belastungen stehen im Kontext des laufenden Sparprogramms. Reuters hatte am 14. Oktober berichtet, GSK könne im Rahmen seines dreijĂ€hrigen Plans in Belgien Stellen abbauen. Die damals beschriebenen Einschnitte waren als mögliche MaĂnahmen angekĂŒndigt, nicht als abgeschlossener Personalabbau.
Jahresprognose bleibt unverÀndert
FĂŒr 2026 erwartet GSK weiterhin ein Umsatzwachstum von 3%â5%. Der bereinigte operative Gewinn und der bereinigte Gewinn je Aktie sollen jeweils um 7%â9% steigen.
Die BestĂ€tigung gibt den bisherigen Jahreszielen RĂŒckhalt. Eine höhere Prognose folgte aus dem besser als erwarteten Quartal jedoch nicht. Die von Reuters beschriebenen SchwĂ€chen bei Impfstoffen und Exdensur erklĂ€ren zugleich, warum die ĂŒbertroffenen Erwartungen allein nicht fĂŒr eine ĂŒberzeugende Aufnahme der Zahlen reichten.
FĂŒr das dritte Quartal erklĂ€rte GSK eine Dividende von 17p je Aktie. Die AusschĂŒttung ergĂ€nzt damit eine Quartalsbilanz, die bereinigtes Wachstum mit erheblichen Belastungen im ausgewiesenen Ergebnis verbindet.
Krebsforschung liefert zusÀtzliche Perspektiven
Neben dem laufenden GeschĂ€ft rĂŒckt GSK den Ausbau seiner Krebsforschung in den Vordergrund. Reuters berichtete gestern unter Berufung auf ein Interview des Wall Street Journal mit dem Leiter der Onkologie-Forschung und -Entwicklung ĂŒber die PlĂ€ne.
Demnach erwartet GSK, die Zahl seiner Krebsmedikamente in klinischen Studien 2027 nahezu zu verdoppeln. Das beschreibt eine Ausbauperspektive fĂŒr die Entwicklungspipeline, noch keinen entsprechenden Zuwachs zugelassener Produkte.
Konkrete klinische Fortschritte meldete GSK am Montag fĂŒr das einlizenzierte Ris-Rez. In der von Hansoh durchgefĂŒhrten chinesischen Phase-III-Studie ARTEMIS-011 bei wiederkehrendem Osteosarkom sank das Risiko einer Krankheitsverschlechterung oder des Todes gegenĂŒber Chemotherapie um 67%. Das mediane progressionsfreie Ăberleben betrug 5,5 Monate gegenĂŒber 1,4 Monaten.
Hansoh plant einen Zulassungsantrag in China. GSK besitzt die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte auĂerhalb Festlandchinas, Hongkongs, Macaus und Taiwans. Die Ergebnisse stĂ€rken damit die klinische Grundlage eines Kandidaten mit internationaler Bedeutung fĂŒr GSK. FĂŒr die Bewertung des laufenden GeschĂ€fts bleiben jedoch die bestĂ€tigten Jahresziele und die enttĂ€uschende Entwicklung einzelner Produkte die unmittelbareren MaĂstĂ€be.
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