H&R, Aktie

H&R Aktie: Dynamik flacht ab

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 18:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
H&R steigert Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr; das EBITDA bleibt jedoch unter dem außergewöhnlich starken Vorquartal.
Moderne, leicht unscharfe Industrieanlage mit Fokus auf Architektur und gedämpftem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Starke Zahlen, aber der Vorstand bremst selbst: H&R meldet für das dritte Quartal ein klar verbessertes Ergebnis und spricht zugleich von einem "Abflachen der Dynamik". Der Spezialchemiekonzern hat dafür einen Grund: Das zweite Quartal war außergewöhnlich stark.

Quartal unter Vorquartalsniveau, aber weit über Vorjahr

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um fast 33 Prozent auf 411,8 Millionen Euro. Das EBITDA erreichte 47,9 Millionen Euro, nach 20,3 Millionen im Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal 2026 hatte H&R allerdings 62,5 Millionen Euro erzielt. Daher die gedämpfte Selbsteinschätzung.

Unter dem Strich verbuchten die Aktionäre 19,9 Millionen Euro, ein Jahr zuvor stand hier ein kleiner Verlust. Je Aktie ergibt das 0,54 Euro für das Quartal.

Über neun Monate summiert sich das EBITDA auf 132,3 Millionen Euro, mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts. Der Umsatz liegt bei 1.112,2 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie beträgt 1,65 Euro.

ChemPharm treibt, Kunststoffe bremsen

Haupttreiber bleibt das Segment ChemPharm REFINING. Sein EBITDA lag nach neun Monaten bei 98,9 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 40,7 Millionen. ChemPharm SALES steuerte 38,3 Millionen Euro bei.

Das Segment Kunststoffe bleibt dagegen in der Verlustzone. Der Fehlbetrag fiel mit 2,4 Millionen Euro zwar etwas kleiner aus als zuvor, der Umsatz ging jedoch zurück. H&R verweist auf die angespannte Lage der Automobilindustrie.

Cashflow und Bilanz

Der operative Cashflow beträgt nach neun Monaten 58,3 Millionen Euro. Belastet wurde er durch einen stark gestiegenen Bedarf an Working Capital, den das Unternehmen auf den Krieg am Persischen Golf zurückführt. Höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen schlugen besonders zu Buche.

Im dritten Quartal drehte das Bild deutlich: Der Free Cashflow lag bei 42,4 Millionen Euro, nach 3,8 Millionen im Vorjahresquartal. Für die ersten neun Monate bleiben 22,9 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum 30. September auf 48,8 Prozent, Ende 2025 waren es 45,4 Prozent.

Prognose im Plan

H&R sieht sich auf Kurs für die zuletzt angepasste EBITDA-Spanne von 120 bis 145 Millionen Euro. Rechnerisch ist der Korridor nach neun Monaten bereits fast erreicht. Präzisierungen kündigt das Unternehmen gegebenenfalls für den weiteren Jahresverlauf an.

Die Aktie gab zuletzt um rund ein Prozent auf 6,78 Euro nach. Die endgültigen Zahlen folgen am 13. November 2026 mit der Quartalsmitteilung.

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