H&R, Aktie

H&R Aktie: EBITDA-Prognose auf 120–145 Millionen angehoben

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

H&R steigert das Halbjahres-EBITDA auf 84,4 Millionen Euro und setzt die Jahresprognose auf 120,0 bis 145,0 Millionen Euro herauf.

H&R hebt Jahresziel nach starkem Halbjahr deutlich an
Moderne Industrieanlage mit Stahltanks und Rohrleitungen bei goldenem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die H&R GmbH & Co. KGaA hat nach einem starken ersten Halbjahr 2026 ihre Prognose für das Gesamtjahr massiv angehoben. Das Unternehmen profitiert von Marktverschiebungen im Zuge geopolitischer Spannungen, die zu einer erhöhten Nachfrage und verbesserten Margen führten. Während die Aktie seit Jahresbeginn bereits um 57 % zulegen konnte, bereitet die Gesellschaft parallel einen Segmentwechsel an der Frankfurter Börse vor.

Rekordergebnis im zweiten Quartal

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte H&R den Konzernumsatz auf 700,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum 653,1 Millionen Euro erzielt worden waren.

Besonders das zweite Quartal erwies sich als renditestark: Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) kletterte in diesem Zeitraum auf 62,5 Millionen Euro, ein signifikanter Zuwachs gegenüber den 17,8 Millionen Euro aus dem Vorjahresquartal.

Für das gesamte erste Halbjahr wies das Unternehmen ein EBITDA von 84,4 Millionen Euro aus. Das den Aktionären zuzurechnende Konzernergebnis stieg auf 41,6 Millionen Euro, was einem Ergebnis je Aktie (EPS) von 1,12 Euro entspricht.

Aufgrund dieser Entwicklung hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich an. Erwartete H&R zuvor ein EBITDA zwischen 85,0 und 100,0 Millionen Euro, liegt die neue Zielspanne nun bei 120,0 bis 145,0 Millionen Euro.

Logistikengpässe treiben Margen

Als wesentliche Treiber identifizierte Geschäftsführer Niels H. Hansen Preis- und Marktveränderungen infolge des Konflikts am Persischen Golf. Gestiegene Rohölkosten und Engpässe in den globalen Logistikketten führten zu höheren Produkt- und Marktnotierungen für Grundöle und Solvate.

Da große Mineralölkonzerne ihre Raffineriekapazitäten verknappten, gelang es H&R nach eigenen Angaben, Marktanteile zu sichern und von der Sondersituation zu profitieren.

Das Segment ChemPharm Sales trug mit einem Umsatz von 246,3 Millionen Euro und einem EBITDA von 25,7 Millionen Euro maßgeblich zum Erfolg bei. Im Gegensatz dazu blieb das Segment Kunststoffe mit einem operativen Verlust von 1,7 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurück, wenngleich sich das Minus im Vergleich zum Vorjahr leicht verringerte.

Auf strategischer Ebene plant das Unternehmen eine Neuausrichtung seiner Börsenpräsenz: H&R bereitet derzeit den Wechsel vom Prime Standard in das Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse vor.

Solide Bilanz trotz negativem Cashflow

Die finanzielle Stabilität wird durch eine Eigenkapitalquote von 45,6 % unterstrichen; das Eigenkapital belief sich zum Stichtag auf 471,4 Millionen Euro. Der operative Cashflow lag im ersten Halbjahr bei 2,4 Millionen Euro, während der Free Cashflow mit minus 19,5 Millionen Euro negativ ausfiel.

Am gestrigen Freitag schloss die Aktie bei 6,72 Euro. Mit dem aktuellen Niveau notiert das Papier nur noch knapp 2,3 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,88 Euro, das im Juli erreicht worden war. Medienberichten zufolge kreuzte der Kurs bereits am 20. August die technisch wichtige 20-Tage-Linie nach oben, was den jüngsten Aufwärtstrend untermauerte.

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