Heidelberg Materials Aktie: Margen bremsen Zahlenfreude
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:57 Uhr | Redaktion boerse-global.deZweistelliges Umsatzplus, aber eine leicht rückläufige Marge: Heidelberg Materials hat im dritten Quartal ein gemischtes Bild geliefert. Die Anleger blicken trotzdem auf das Positive. Die Aktie legte im Xetra-Handel um rund 8,5 Prozent auf etwa 170 Euro zu.
Wachstum mit Einschränkung
Der Umsatz stieg um 10,4 Prozent auf 6,413 Milliarden Euro. Es ist das erste zweistellige Plus seit dem ersten Quartal 2023. Organisch lag das Wachstum bei 5,6 Prozent, den Rest steuerten Zukäufe bei, vor allem die nun voll konsolidierte türkische Akçansa.
Das laufende Ergebnis (RCO) wuchs um 8,7 Prozent auf 1,281 Milliarden Euro. Die RCO-Marge sank jedoch um 31 Basispunkte auf 20,0 Prozent. Einmal mehr drücken höhere Kosten auf die Profitabilität, obwohl die Preise im Konzern die Inflation bislang übertreffen.
Europa lieferte laut Vorstand die Dynamik, dort stieg der Umsatz um 4,8 Prozent. Ein größerer Teil des Ergebnisanstiegs dort geht auf das ungarische Gemeinschaftsunternehmen zurück, das nach dem Regierungswechsel Rückenwind erhält. Nordamerika wuchs um 9,6 Prozent, getragen von Zuschlagstoffen. Bei Zement fiel der Preisanstieg mit knapp 2 Prozent schwächer aus als erhofft.
Neues Sparprogramm bis 2028
Das erste Sparpaket über 500 Millionen Euro will der Konzern bis Jahresende übertreffen. Nun folgt eine zweite Welle: weitere 300 Millionen Euro bis Ende 2028, verteilt in etwa gleichen Teilen auf 2027 und 2028. Das Programm soll vor allem die Kosteninflation von drei bis vier Prozent auffangen. Im Fokus stehen das europäische Klinker- und Zementnetz sowie die Verwaltung.
Die Jahresprognose bleibt unverändert. Für 2026 erwartet das Management ein laufendes Ergebnis zwischen 3,40 und 3,65 Milliarden Euro. Eine Eingrenzung der Spanne gab es nicht, obwohl der Konzern das in früheren Jahren zum dritten Quartal getan hatte. Die Spanne war im zweiten Quartal bereits leicht angepasst worden.
Ausblick 2027
Für 2027 rechnet der Vorstand in Nordamerika mit Preisanhebungen im höheren einstelligen Prozentbereich bei Zuschlagstoffen und im mittleren einstelligen bei Zement. Die Energiekosten dürften im mittleren bis hohen einstelligen Bereich steigen. Rund 50 bis 60 Prozent des europäischen Strombedarfs sind laut Finanzchef bereits abgesichert, zu günstigeren Konditionen als 2026.
Über ein neues Aktienrückkaufprogramm will das Unternehmen in den kommenden Monaten entscheiden. Das jüngste Programm über 1,2 Milliarden Euro ist abgeschlossen. Zudem soll der Konzern bis Jahresende 2026 einen Mittelabfluss im Working Capital von null erreichen.
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