Helaba, Immobilienkrise

Helaba: Immobilienkrise drückt Gewinn

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 10:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Helaba meldet für das erste Halbjahr deutlich weniger Vorsteuergewinn und reduziert wegen der Immobilienrisiken das Jahresziel auf rund 500 Millionen Euro.

Helaba senkt Gewinnprognose nach Einbruch im Immobiliengeschäft
Modernes Bankgebäude in Frankfurt vor bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die drittgrößte deutsche Landesbank kämpft mit den Nachwirkungen der Krise am Gewerbeimmobilienmarkt. Das Halbjahresergebnis der Helaba fiel deutlich schwächer aus als erwartet – und der Vorstand musste seine eigene Jahresprognose nachträglich kappen.

Gewinn halbiert sich

Der Vorsteuergewinn der Landesbank Hessen-Thüringen brach im ersten Halbjahr auf 194 Millionen Euro ein, nach 458 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Überschuss schrumpfte im gleichen Maße auf 148 Millionen Euro. Helaba-Chef Thomas Groß räumte offen ein, das Ergebnis entspreche nicht den eigenen Erwartungen.

Ursache ist vor allem das Geschäft mit Gewerbeimmobilien, in dem die Helaba traditionell stark engagiert ist. Der anhaltende Homeoffice-Trend lässt die Nachfrage nach Büroflächen in vielen Ländern schrumpfen, der Markt steht seit Längerem unter Druck. Die Bank erhöhte ihre Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deshalb um 53 Prozent auf 198 Millionen Euro.

Prognose nach unten korrigiert

Nach einem Rekordjahr 2026 hatte sich die Helaba zwar bereits auf einen Gewinnrückgang eingestellt – wegen der unsicheren geopolitischen Lage und steigender Marktzinsen. Das tatsächliche Ausmaß des Einbruchs übertraf die eigenen Erwartungen allerdings deutlich.

Der Vorstand senkte deshalb die Prognose für das Gesamtjahr: Statt der ursprünglich angepeilten 600 bis 700 Millionen Euro Vorsteuergewinn rechnet die Bank nun nur noch mit rund 500 Millionen Euro.

Die Landesbank verweist zur Erklärung auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: geopolitische Verwerfungen, ein gestiegenes Marktzinsniveau und die weiterhin schwache Konjunktur in Deutschland. Die Kombination trifft besonders das immobilienlastige Kreditportfolio, das schon seit Monaten im Fokus der Risikovorsorge steht.

Wie sich das zweite Halbjahr entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich der Gewerbeimmobilienmarkt stabilisiert oder die Vorsorgequote weiter steigen muss. Die reduzierte Jahresprognose von rund 500 Millionen Euro Vorsteuergewinn bildet für die kommenden Monate die neue Messlatte.

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