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Heliad Equity Aktie: 50-Prozent-Abschlag auf NAV

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 06:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Heliad-AktionĂ€re ignorieren das GfBk-Gebot von 14,25 Euro: Der Kurs liegt höher, der NAV-Abschlag betrĂ€gt ĂŒber 50 Prozent. Das Delisting rĂŒckt nĂ€her.

Heliad Equity: AktionĂ€re lehnen GfBk-Übernahmeangebot ab – Kurs ĂŒber Gebot
Abstrakte Darstellung einer Finanzmarktszene mit Fokus auf Investment-Bewertungen und KapitalmĂ€rkte. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Heute lĂ€uft die Frist ab. AktionĂ€re von Heliad Equity mĂŒssen sich bis zum Ende des heutigen Handelstages entscheiden. Die GfBk Gesellschaft fĂŒr Börsenkommunikation von Großinvestor Bernd Förtsch bietet 14,25 Euro je Aktie. Der Markt sagt: zu wenig.

Die Aktie kostet mehr als das Angebot

Das ist ungewöhnlich. Normalerweise pendelt sich der Kurs bei Übernahmeangeboten nahe am Angebotspreis ein. Bei Heliad Equity (ISIN: DE000A0L1NN5) lĂ€uft es anders.

Die Aktie notierte zuletzt im Bereich von 14,50 bis 14,65 Euro. Das liegt klar ĂŒber dem GfBk-Gebot. Anleger am Markt bewerten das Angebot offenbar als zu niedrig.

Das Angebot hĂ€ngt mit dem geplanten RĂŒckzug von der Börse zusammen. Heliad will die Einbeziehung der Aktien in den Frankfurter Freiverkehr kĂŒndigen. Als GrĂŒnde nennt das Unternehmen die hohen Kosten der Börsennotiz. Zudem passe die langfristige Ausrichtung der Beteiligungen nicht zum kurzfristigen Charakter des tĂ€glichen Handels.

Der Nettoinventarwert zeigt die LĂŒcke

Die Zahlen erklĂ€ren, warum viele AktionĂ€re zögern. Der Net Asset Value (NAV) von Heliad liegt bei rund 266 Millionen Euro. Das ist der Wert aller Beteiligungen abzĂŒglich der Schulden.

Das Übernahmeangebot bewertet die Gesellschaft dagegen nur mit etwa 128 Millionen Euro. Der Abschlag zum inneren Wert betrĂ€gt damit mehr als 50 Prozent.

Ein großer Werttreiber ist der Anteil an flatexDEGIRO. Heliad hĂ€lt rund 4,7 Prozent an dem börsennotierten Online-Broker. Diese Beteiligung allein deckt einen erheblichen Teil des NAV ab.

Hinzu kommen weitere aussichtsreiche Positionen. Der Cybersecurity-Spezialist Aikido erreichte Anfang 2026 den Einhorn-Status. Auch die Beteiligungen an Raisin und Enpal zÀhlen zum Portfolio.

Was das Delisting fĂŒr Anleger bedeutet

LĂ€uft die Frist heute ohne Nachbesserung aus, rĂŒckt der RĂŒckzug von der Börse nĂ€her. FĂŒr Privatanleger Ă€ndert sich dann einiges:

  • LiquiditĂ€t: Der geregelte Börsenhandel entfĂ€llt. VerkĂ€ufe laufen kĂŒnftig nur noch ĂŒber spezialisierte Plattformen oder im Direkthandel – meist mit deutlich grĂ¶ĂŸeren Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
  • Transparenz: Die PublizitĂ€tspflichten einer Börsennotiz fallen weitgehend weg. Anleger erhalten seltener und weniger detaillierte Einblicke in GeschĂ€ftsentwicklung und Portfoliobewertung.

Der Kurs ĂŒber dem Angebotspreis spricht eine klare Sprache. Viele Anleger scheinen das Angebot als opportunistisch einzustufen. Sie setzen offenbar auf die langfristigen Wertsteigerungspotenziale des Portfolios – statt auf den schnellen Ausstieg vor dem Delisting.

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