Helvetica Swiss Commercial Fund Aktie: Ohne Zukäufe zu mehr Ertrag
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 07:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Immobilienfonds, der seinen Ertrag im ersten Halbjahr um elf Prozent steigert, ohne eine einzige Liegenschaft zu kaufen oder zu verkaufen – das ist die eigentliche Nachricht hinter den heutigen Zahlen des Helvetica Swiss Commercial Fund. Der Zuwachs kommt komplett aus dem Bestandsportfolio.
Der Nettoertrag kletterte auf 14,7 Millionen Franken oder 3,12 Franken pro Anteil, nach 2,82 Franken im Vorjahreszeitraum. Der Fonds bestätigte sein Ausschüttungsziel von 5,35 Franken pro Anteil für 2026 – nach sechs Monaten sind bereits rund 58 Prozent davon erwirtschaftet.
Vermietung auf Zehn-Jahres-Hoch
Der Grund für den Ertragssprung liegt vor allem in der operativen Entwicklung: Die im Rahmen der Fusion mit dem HSO Fund übernommenen Liegenschaften trugen erstmals über eine volle Berichtsperiode zum Ergebnis bei, ergänzt durch Zukäufe aus dem zweiten Halbjahr 2025.
Vermietungsstand und Vertragslaufzeiten erreichten dabei die besten Werte seit der Fondslancierung vor zehn Jahren. Der Vermietungsstand stieg auf 96,0 Prozent, die gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge auf 4,83 Jahre. Die Mietzinsausfallrate sank deutlich von 7,49 auf 3,99 Prozent – ein Rückgang, der sich direkt in der Marge niederschlägt: Die EBIT-Marge kletterte auf 75,3 Prozent, gegenüber 71,3 Prozent im Vorjahr.
28 Neu- und Wiedervermietungen über rund 20.500 Quadratmeter Fläche brachten ein annualisiertes Mietzinsvolumen von über 3 Millionen Franken. Der Fonds verteilt sein Risiko dabei auf mehr als 400 Mieter – kein Einzelmieter trägt aktuell mehr als 6,9 Prozent des Mietertrags bei.
Performance ĂĽber Benchmark, Kurs unter NAV
Der Verkehrswert des Portfolios stieg leicht auf 774,8 Millionen Franken. Die Fondsperformance lag mit 4,1 Prozent seit Jahresbeginn deutlich ĂĽber dem SWIIT-Referenzindex, der lediglich 0,8 Prozent erreichte.
Der Anteilspreis notiert per Ende Juni mit 105,00 Franken unterhalb des Nettoinventarwerts von 108,69 Franken – ein Abschlag (Disagio) von 3,39 Prozent, der sich gegenüber dem deutlich größeren Abschlag von 8,17 Prozent zum Jahresende 2025 bereits spürbar verringert hat. Bezogen auf den aktuellen Kurs entspricht die für 2025 gezahlte Ausschüttung von 5,35 Franken einer Ausschüttungsrendite von rund fünf Prozent.
Für die zweite Jahreshälfte hält die Fondsleitung an ihrem Fokus auf den "Werkplatz Schweiz" fest – Gewerbe-, Produktions- und Logistikflächen entlang der Hauptverkehrsachsen.
Strukturelle Faktoren wie die Rückverlagerung industrieller Wertschöpfung und ein knappes Flächenangebot dürften laut Fondsleitung die Vermietungssituation stützen. Bestätigt sich der bisherige Ertragstrend, bleibt das Ausschüttungsziel von 5,35 Franken pro Anteil für 2026 erreichbar.
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