Henkel, Aktie

Henkel Aktie: Brüssel gibt Übernahme frei

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission sieht keine Wettbewerbsprobleme beim Kauf von Stahl Parent durch Henkel. Der Abschluss des 2,1-Milliarden-Euro-Deals steht noch aus.

Arbeiter in weißem Schutzanzug inspiziert Industrietanks und Rohrleitungen in einem Chemiewerk, Schwarzweiß
Schwarz-Weiß-Dokumentarfotografie eines Arbeiters in Schutzanzug und Helm vor großen Industrietanks und Rohrleitungen in einem chemischen Produktionswerk – symbolisiert die industrielle Fertigungstiefe der Henkel AG & Co. KGaA (ISIN DE0006048432) im Bereich Klebstoffe und Spezialchemikalien Illustration mit AI erstellt.

Die EU-Kommission hat keine Einwände gegen den Kauf der niederländischen Stahl Parent durch Henkel. Der Wettbewerbshüter kommt zu dem Schluss, dass die Transaktion "keine wettbewerbswidrigen Bedenken aufwirft" — damit ist eine wichtige Hürde für den Deal genommen.

Henkel hatte die Übernahme im Februar angekündigt und will dafür 2,1 Milliarden Euro an die französische Private-Equity-Gesellschaft Wendel zahlen. Stahl Parent ist auf Hochleistungsspezialbeschichtungen spezialisiert und beliefert Kunden aus der Automobilbranche, der Mode- und Lifestyle-Industrie sowie dem Verpackungssektor. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen bereinigten Umsatz von rund 725 Millionen Euro bei 1.700 Beschäftigten.

Begrenzte Marktauswirkungen laut Brüssel

Die Kommission begründet ihre Freigabe damit, dass sich das Geschäft der beiden Unternehmen nur begrenzt überschneidet. Betroffen sind vor allem Industriebeschichtungen und Klebstoffe — Bereiche, in denen Henkel bereits aktiv ist, ohne dass dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht.

Das Portfolio von Stahl Parent umfasst unter anderem Lederfinish-Beschichtungen sowie Hochleistungsbeschichtungen für Papierverpackungen und grafische Anwendungen — Nischen, die Henkels Klebstoffsparte sinnvoll ergänzen.

Für Henkel ist der Zukauf Teil einer Strategie, das Klebstoffgeschäft gezielt um Spezialanwendungen zu erweitern. Der Konzern, bekannt für Marken wie Persil und Schwarzkopf, erzielte 2025 einen Jahresumsatz von 20,5 Milliarden Euro, wobei sich die Erlöse etwa hälftig auf Konsumgüter und die Klebstoffsparte verteilen. Weltweit beschäftigt Henkel rund 50.000 Mitarbeiter, davon etwa 8.000 in Deutschland.

An der Börse blieb die Reaktion überschaubar. Die Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise leicht fester bei rund 69,45 Euro — die Freigabe war am Markt weitgehend erwartet worden.

Mit dem grünen Licht aus Brüssel steht einem Vollzug der Übernahme nun nichts mehr im Wege. Henkel dürfte den Deal in den kommenden Monaten abschließen und Stahl Parent in die Klebstoffsparte integrieren.

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