Hermès Aktie: 14-Milliarden-Klage gegen LVMH
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Aktien von Hermès stehen zum Wochenausklang unter erheblichem Druck. Neben einem schwierigen Branchenumfeld sorgt insbesondere die Enthüllung eines Jahrzehnte alten, geheimen Abkommens zwischen dem Luxusgüter-Konkurrenten LVMH und einem Hermès-Erben für Unruhe am Markt. Im Zentrum der Vorwürfe steht eine verschwundene Milliarden-Beteiligung und eine Klage über 14 Milliarden Euro.
Verschwundene Anteile und eine geheime Vereinbarung
Wie Reuters unter Berufung auf Dokumente berichtet, unterzeichnete LVMH bereits am 12. November 2002 einen geheimen Pakt zum Kauf von Hermès-Aktien. Vertragspartner waren damals der Hermès-Erbe Nicolas Puech sowie weitere Erben, vertreten durch den Vermögensverwalter Eric Freymond. Die Unterlagen legen nahe, dass die Holding von Bernard Arnault zwischen 2001 und 2009 mindestens 20 Millionen US-Dollar an die Firma von Freymond zahlte.
Nicolas Puech, der ursprünglich einen Anteil von sechs Prozent an Hermès hielt — was heute einem Wert von rund zehn Milliarden Euro entspräche —, gab im Jahr 2022 an, dass diese Beteiligung unauffindbar sei. Er hat in Paris Klage eingereicht und fordert Schadenersatz in Höhe von 14 Milliarden Euro.
LVMH bestreitet eine ursprüngliche Kaufabsicht und betont, dass das Abkommen nie ausgeführt und bereits im Jahr 2010 zerstört worden sei. Die rechtliche Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund einer laufenden Strafuntersuchung statt, während Freymond laut Medienberichten im Juli 2025 verstarb.
Historische Korrektur drückt Bewertung auf Tiefstand
Die juristischen Turbulenzen treffen das Unternehmen in einer Phase massiver Kursverluste. Die Aktie notiert aktuell bei 1.339,50 Euro, was einem Tagesminus von 3,1 Prozent entspricht. Das Papier liegt damit nur noch 0,1 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief, das heute markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat der Wert rund 37 Prozent an Boden verloren. Marktbeobachter sprechen von der schwersten Korrektur in der Börsengeschichte des Hauses.
Zum Vergleich: Während der Pandemie wurden zeitweise KGVs von rund 100 gezahlt. Trotz der aktuellen Kursschwäche bleibt die operative Basis solide.
Analysten sehen Chancen im absoluten Luxussegment
Trotz der rechtlichen Schlagzeilen und der Kursverluste halten namhafte Analysehäuser an ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung fest. Er favorisiert Hermès innerhalb der Branche als Vertreter des „absoluten Luxus“, der widerstandsfähiger gegenüber Konjunkturschwankungen sei. Anderson warnt jedoch davor, dass enttäuschende Daten aus China ein hohes Risiko für die allgemeinen Markterwartungen im Luxussektor darstellen.
Neben den unternehmensspezifischen Themen belasten derzeit auch externe Faktoren wie die Immobilienkrise in China und geopolitische Spannungen die Stimmung im gesamten Sektor.
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