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Hermes Aktie: Marseille-Boutique bleibt nach Plünderung geschlossen

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hermès sichert französische Boutiquen stärker ab; China-Schwäche und ein verfehltes Wachstumsergebnis belasten die Geschäftslage.
Hermes, Aktie, Marseille-Boutique, Plünderung, Hermès, Boutiquen, China-Schwäche, Wachstumsergebnis, Geschäftslage Illustration mit AI erstellt.

Hermès hat nach Protesten und der Plünderung seines Geschäfts in Marseille die Sicherheitsmaßnahmen in französischen Filialen verstärkt. Finanzchef Eric du Halgouet erklärte am 22. Oktober, die Boutique in Marseille werde nicht bald wieder öffnen.

Für Anleger entsteht damit neben der schwachen Nachfrage ein weiteres operatives Risiko. Wie stark die Unruhen das Geschäft und den Tourismus beeinträchtigen, ließ sich nach seiner Aussage noch nicht beurteilen.

Folgen für den Verkauf noch offen

Die erhöhte Sicherheit ist eine bereits umgesetzte Maßnahme. Ein bezifferter wirtschaftlicher Schaden lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Du Halgouet bezeichnete eine Einschätzung der Auswirkungen auf das Filialgeschäft und den Tourismus als verfrüht.

Entscheidend ist diese Unterscheidung: Die Plünderung und die vorerst fortdauernde Schließung betreffen konkret Marseille. Die verstärkten Schutzmaßnahmen gelten dagegen für französische Geschäfte. Daraus folgt weder eine allgemeine Schließung der Filialen noch ein bestätigter Umsatzrückgang durch die Proteste.

Für die Bewertung der Aktie steht deshalb nicht allein die Sicherheitslage im Mittelpunkt. Wichtig ist auch, ob zusätzliche Belastungen auf ein ohnehin schwierigeres Nachfrageumfeld treffen. Einen solchen finanziellen Zusammenhang hat Hermès bislang nicht beziffert.

China belastet das Wachstum

Reuters berichtete im Zusammenhang mit dem Umsatzbericht über schwache Nachfrage in China. Der Finanzchef bezeichnete den chinesischen Markt als „sehr schwierig“. Die Erlöse mit Konfektion und Accessoires sanken im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2%.

Damit betrifft die Schwäche nicht nur die allgemeine Stimmung im Luxussegment. Bei Hermès zeigt sie sich bereits in der Entwicklung eines konkreten Geschäftsbereichs. Die Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich lösen dieses Nachfrageproblem nicht; sie betreffen eine zusätzliche operative Herausforderung.

Im dritten Quartal 2026 erreichte der Umsatz 4,096 Milliarden Euro. Das währungsbereinigte Wachstum von 4,3% blieb hinter der von Reuters genannten Analystenerwartung von 5,2% zurück.

Vorsichtigere Bewertung trotz Wachstumsambition

Medienberichten zufolge erfolgte am Freitag eine Herabstufung von Kaufen auf Halten. Das Kursziel sank von 1.850 Euro auf 1.230 Euro. Als Gründe wurden anhaltende Schwäche in China, langsameres Wachstum in Amerika und eine schwächere Entwicklung außerhalb des Lederwarengeschäfts genannt.

Hermès bestätigte zugleich seine ambitionierte mittelfristige Zielsetzung für das währungsbereinigte Umsatzwachstum. Diese Ambition ist von den bereits gemeldeten Ergebnissen zu trennen. Für Anleger treffen damit ein unveränderter unternehmerischer Anspruch, schwächeres Wachstum und noch nicht bezifferte Folgen der französischen Unruhen aufeinander.

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