Hertz, Aktie

Hertz Aktie: Erste schwarze Zahlen

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 19:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hertz kehrt dank Preisdisziplin und höherer Tagesraten in die Gewinnzone zurück. Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung, doch die Schuldenlast bleibt eine Herausforderung.

Hertz Aktie: Erster Quartalsgewinn seit Insolvenz – Aktie springt zweistellig
Abstrakte Darstellung einer modernen Autovermietung in warmem Licht, die wirtschaftliche Erholung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Zwei Jahre nach dem Insolvenzschreck taucht bei Hertz plötzlich ein Wort auf, das lange fehlte: Gewinn. Der Autovermieter meldete für das zweite Quartal 2026 einen GAAP-Nettogewinn von 64 Millionen Dollar — nach Verlusten in den Vorquartalen ein bemerkenswerter Wendepunkt. Die Börse reagierte prompt: Die Aktie sprang zweistellig und notierte zuletzt bei 1,75 Dollar, ein Plus von 11,86 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 8,18 Dollar bleibt der Titel trotzdem weit entfernt.

Preisdisziplin treibt das Ergebnis

Der Umsatz kletterte um 10 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der bereinigte Verlust je Aktie schrumpfte auf 11 Cent, während der Markt mit 21 Cent Minus gerechnet hatte. Möglich wurde das trotz einer um 1 Prozent kleineren Flotte — Hertz verdient also mehr Geld mit weniger Autos.

Der Schlüssel dazu liegt in der Preisgestaltung. Die Einnahmen pro Tag stiegen um 9 Prozent auf 61,98 Dollar, der stärkste Wert für ein zweites Quartal außerhalb des Pandemie-Jahres 2022. Die Einnahmen pro Fahrzeug und Monat erreichten 1.542 Dollar und übertrafen damit die selbst gesteckte Zielmarke von 1.500 Dollar. Besonders an US-Flughäfen zog die Preisdisziplin: Dort stiegen die Mietpreise um 12 Prozent.

Das bereinigte Corporate-EBITDA schoss von 18 auf 81 Millionen Dollar und übertraf damit sogar die zuletzt angehobene Prognose. Ein Wermutstropfen bleibt: Rückrufaktionen betrafen im Schnitt rund 15.000 Fahrzeuge gleichzeitig — etwa dreimal so viele wie im Vorjahr — und kosteten das Unternehmen schätzungsweise 27 Millionen Dollar beim GAAP-Gewinn sowie rund 30 Millionen Dollar beim bereinigten EBITDA. Der freie Cashflow fiel entsprechend um die Hälfte auf 162 Millionen Dollar, wobei der Vorjahreswert durch Einmaleffekte aus der Flottenrotation während der Zollturbulenzen überzeichnet war.

Oro und das Robotaxi-Versprechen

Abseits des klassischen Mietwagengeschäfts baut Hertz seine Mobilitätssparte Oro weiter aus. Die Plattform betreibt mittlerweile über 40.000 Fahrzeuge in 149 Märkten und soll 2026 mehr als 600 Millionen Dollar Umsatz einbringen. Die Oro-Fahrer haben nach Unternehmensangaben bereits mehr als sechs Millionen Meilen zurückgelegt.

Für September 2026 plant Hertz den Start eines Robotaxi-Flottenservices, der Reinigung, Wartung, Laden und Depotbetrieb für autonome Fahrzeuge übernehmen soll. Eine erste Partnerschaft im Bereich autonomer Fahrzeuge soll noch in diesem Jahr in der San-Francisco-Bay-Area anlaufen. CEO Gil West sieht darin einen strategischen Vorteil: Die vorhandene Ladeinfrastruktur und Flottensysteme gäben dem Unternehmen eine solide Basis für künftige Autonomiegeschäfte.

Schuldenberg bleibt Belastungsfaktor

Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Bilanz angespannt. Die Liquidität lag zum Quartalsende bei 984 Millionen Dollar, zusammengesetzt aus freien Barmitteln und ungenutzten Kreditlinien. Von den insgesamt gut sechs Milliarden Dollar an Nicht-Fahrzeugschulden werden 2028 und 2029 jeweils 2,5 Milliarden Dollar fällig — die eigentliche Bewährungsprobe liegt also noch vor dem Unternehmen.

CFO Scott Bruckner betonte, das Geschäft hinter der heutigen Kapitalstruktur unterscheide sich fundamental von dem vor zwei Jahren. Management rechnet zum Jahresende mit einer Liquidität zwischen 1,0 und 1,4 Milliarden Dollar und geht davon aus, in der zweiten Jahreshälfte 2026 sowie im gesamten Jahr 2027 einen positiven freien Cashflow zu erwirtschaften.

Für das dritte Quartal 2026 rechnet Hertz mit einem bereinigten Corporate-EBITDA zwischen 275 und 325 Millionen Dollar sowie erstmals seit Langem mit einem positiven Ergebnis je Aktie. Das mittelfristige Ziel für 2027 lautet ein bereinigtes EBITDA von einer Milliarde Dollar — ein Wert, der nur erreichbar ist, wenn die Preisdisziplin bei Flughafenvermietungen und der Ausbau von Oro im gleichen Tempo weiterlaufen wie im zweiten Quartal.

Anzeige

Hertz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hertz-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:

Die neusten Hertz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hertz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Hertz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | US42806J7000 | HERTZ | boerse | 69923683 |