Hexpol, Aktie

Hexpol Aktie: 143,5 Millionen für Vipa Group

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 04:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hexpol kauft den italienischen Spezialisten Vipa Group für 143,5 Mio. Euro und stärkt damit sein Thermoplast-Geschäft für Wachstumsmärkte wie Elektrifizierung und Rechenzentren.

Hexpol übernimmt italienische Vipa Group für 143,5 Mio. Euro
Abstrakte Darstellung industrieller Fertigungsprozesse und Polymere in einem professionellen, unternehmerischen Kontext. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Hexpol AB verstärkt seine Präsenz im Bereich der thermoplastischen Kunststoffe durch eine bedeutende Akquisition in Italien. Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, übernimmt es 100 Prozent der Vipa Group für einen Kaufpreis von 143,5 Millionen Euro auf einer bargeld- und schuldenfreien Basis. Die Transaktion soll vollständig durch vorhandene Barmittel sowie bestehende Bankdarlehen finanziert werden. Mit diesem Schritt setzt der Konzern seine im November 2025 vorgestellte Wachstumsstrategie im Segment Thermoplastic Compounding konsequent fort.

Fokus auf Elektrifizierung und Rechenzentren

Die 1969 von der Familie Paolini gegründete Vipa Group ist auf die Herstellung von thermoplastischen Polymerverbindungen für den Bereich Wire & Cable spezialisiert. Das Unternehmen mit Sitz in Ancarano betreibt zwei Produktionsstandorte sowie ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Italien. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Vipa mit rund 80 Mitarbeitern einen Umsatz von 76,4 Millionen Euro. Laut Unternehmensangaben zeichnet sich der Zukauf durch eine überdurchschnittliche Rentabilität aus.

Durch die Übernahme erhält Hexpol einen tieferen Marktzugang zu schnell wachsenden Sektoren wie der allgemeinen Elektrifizierung, dem Ausbau von Rechenzentren, der Telekommunikation sowie der Ausstattung von intelligenten Gebäuden. Nicola Vigolo wird das Unternehmen weiterhin als CEO führen. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, hat sich die Gründerfamilie dazu verpflichtet, den Integrationsprozess über einen Zeitraum von 18 Monaten zu unterstützen.

Operative Neuausrichtung und Managementwechsel

Der Abschluss der Akquisition wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Vipa wird organisatorisch in den Geschäftsbereich Thermoplastic Compounding integriert. In Vorbereitung auf den Ausbau dieses Wachstumsfeldes hat Hexpol bereits zum 1. Juli die Standorte Hexpol Izmir und Vilafranca aus dem Bereich Rubber Compounding in die Thermoplast-Sparte überführt. Peter Rosén, amtierender CEO von Hexpol, betonte gestern, dass die Akquisition das Portfolio in einem strategisch wichtigen Wachstumsmarkt stärke.

Flankiert wurde die Meldung über den Zukauf von Nachrichten aus der Konzernleitung am Donnerstag. Carsten Rüter, Leiter von Hexpol Compounding Technology, und Ralph Wolkener, President für das Geschäft in Europa und Asien, werden das Unternehmen zum Jahresende 2027 verlassen. Beide Manager sind seit mehr als 30 Jahren für den Konzern tätig und bleiben bis zur Regelung der Nachfolge voll operativ im Amt. Der Suchprozess für die Neubesetzungen soll nach der Sommerpause eingeleitet werden.

Quartalszahlen und Marktreaktion

Zusätzlich zu den strategischen Weichenstellungen legte das Unternehmen am Donnerstag seinen Bericht für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent, wobei das organische Wachstum mit 8 Prozent kräftiger ausfiel. Die operative Marge lag mit 13,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 15,1 Prozent, was unter anderem auf Währungseffekte und Einmalkosten in Höhe von etwa 44 Millionen Schwedischen Kronen infolge des CEO-Wechsels zurückzuführen ist. Bereinigt um diese Effekte wurde eine Marge von 14,6 Prozent erzielt.

Die Anleger reagierten wohlwollend auf die Expansionsnachrichten. Zum Handelsende am Freitag verbuchte die Aktie ein Plus von 1,24 Prozent und schloss bei 8,15 Euro. Damit bleibt der Titel in Schlagdistanz zu seinem 52-Wochen-Hoch, das am 7. Januar 2026 bei 8,31 Euro markiert wurde. Medienberichten zufolge bestätigten Analysten ihre Kaufempfehlungen für den Wert und sehen ein Kursziel von 100 Schwedischen Kronen als realistisch an.

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