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HF Sinclair Aktie: Chefwechsel im Rekordlauf

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 14:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
HF Sinclair meldet höhere Quartalsergebnisse und plant den Führungswechsel zu Steve Ledbetter zum 1. Januar 2027.
Abstrakte Darstellung einer modernen Ölraffinerie in der Abenddämmerung als Symbol für den Energiesektor. Illustration mit AI erstellt.

Ein Quartalsgewinn, der den Marktkonsens um mehr als die Hälfte übertrifft, und gleichzeitig ein Führungswechsel: HF Sinclair setzt heute gleich zwei Akzente. Steve Ledbetter übernimmt zum 1. Januar 2027 den Chefposten von Franklin Myers. Die Zahlen für das dritte Quartal liefern ihm eine starke Ausgangsbasis.

Gewinn über den Erwartungen

Der bereinigte Gewinn lag bei 11,75 Dollar je Aktie, Analysten hatten mit 7,67 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 10,86 Milliarden Dollar, erwartet waren 8,91 Milliarden. Vor einem Jahr standen noch 2,44 Dollar je Aktie zu Buche.

Treiber war das Raffineriegeschäft. Knappe Kraftstoffmärkte und hohe Verarbeitungsmargen hoben das bereinigte EBITDA des Segments auf 2,6 Milliarden Dollar, nach 661 Millionen im Vorjahr. Hinzu kam ein Einmaleffekt: Freistellungen von Biokraftstoff-Quoten für kleine Raffinerien trugen rund 600 Millionen Dollar bei.

Die Entlastung wirkt allerdings nur im Ergebnis, nicht im Cashflow. Das Unternehmen hat die zusätzlichen Zertifikate noch nicht verkauft und kann sie gegen Verpflichtungen im kommenden Jahr nutzen.

Auch die übrigen Sparten legten zu. Die Schmierstoffsparte steigerte ihr bereinigtes EBITDA auf 174 Millionen Dollar, der Geschäftsbereich für erneuerbaren Diesel drehte von einem Verlust in einen Gewinn von 109 Millionen Dollar. Nur die Pipeline-Sparte gab leicht nach.

Neuer Chef, klare Linie

Ledbetter ist seit Juli 2026 President und COO und kam 2023 von Shell Midstream. Myers bleibt als Executive Chairman und begleitet die geplante Abspaltung der Schmierstoffsparte. Diese soll im zweiten Halbjahr 2027 über die Bühne gehen. Der neue Chef kündigte an, stabilere Ergebnisströme in Marketing und Midstream aufzubauen und vor allem organisch zu wachsen, statt große Zukäufe zu suchen.

Konkret treibt das Unternehmen das Pipeline-Projekt Westline Connect voran. Die erste Phase soll rund 35.000 Barrel pro Tag zusätzlich in Richtung Utah und Nevada transportieren und 2029 starten. Die Investitionsentscheidung rückt allerdings auf das erste Quartal 2027 und damit nach hinten.

Aktionäre profitieren

Im Quartal flossen 572 Millionen Dollar an die Anteilseigner, davon 479 Millionen über Aktienrückkäufe. Das Management peilt zum Jahresende die Zielquote von 50 Prozent Ausschüttung an. Die Quartalsdividende beträgt unverändert 0,525 Dollar je Aktie. Sie ist am 2. Dezember zahlbar, Stichtag ist der 12. November.

Die Aktie legte vorbörslich knapp drei Prozent auf 117,50 Dollar zu. Das Papier hat seit Jahresbeginn bereits kräftig gewonnen, entsprechend nüchtern fiel die Reaktion aus.

Für das vierte Quartal peilt HF Sinclair wegen der Wartung der El-Dorado-Raffinerie 560.000 bis 600.000 Barrel Rohöl pro Tag an, weniger als zuletzt. Die Führung rechnet mit knappen Raffineriekapazitäten bis mindestens 2027, räumt aber ein, dass sich die Margen irgendwann normalisieren. Die nächste Gelegenheit für neue Details zu Westline Connect und zur Lubes-Abspaltung bietet sich im ersten Quartal 2027.

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