Hitachi Aktie: Ausgliederung mit Nojima geplant
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deHitachi richtet sein Geschäft stärker auf künstliche Intelligenz aus und plant die Ausgliederung des Haushaltsgerätegeschäfts mit Partner Nojima. Hitachi Global Life Solutions kündigte den Schritt gestern an. Parallel stellte Hitachi Energy eine neue Simulation für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren vor. Für Anleger verbindet sich damit eine organisatorische Neuordnung mit konkreten technischen Entwicklungen für die KI-Infrastruktur.
KADENOVA soll Haushaltsgerätegeschäft übernehmen
Das ausgegliederte Geschäft soll unter dem Namen KADENOVA Corporation arbeiten. Der Betriebsstart ist im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2027 geplant. Voraussetzung bleiben behördliche Freigaben und der Abschluss der Anteilsübertragung. Die Ankündigung bedeutet damit noch keinen vollzogenen Übergang.
KADENOVA soll Hitachi-Markenprodukte unter Lizenz betreuen. Der vorgesehene Aufgabenbereich reicht von der Herstellung bis zum Kundendienst. Die Marke Hitachi soll im Haushaltsgerätegeschäft somit erhalten bleiben, während sich die organisatorische Zuordnung verändert.
Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wichtig: Hitachi kündigt keine Einstellung des Haushaltsgerätegeschäfts an, sondern dessen Ausgliederung mit einem Partner. Zugleich rücken KI-Anwendungen stärker in den Fokus. Die jüngsten technischen Ankündigungen zeigen, welche Aufgaben Hitachi dabei adressiert: Stromversorgung, Planung und Kühlung von Rechenzentren.
Stromsysteme vor dem Bau prüfen
Hitachi Energy stellte gestern eine Simulationsfunktion vor, die auf NVIDIA-Omniverse-Bibliotheken und OpenUSD-Arbeitsabläufen basiert. Teams sollen damit Stromversorgungssysteme vom Netzanschluss bis zum Serverschrank bereits vor der Installation vergleichen und bewerten können.
Der erste Anwendungsfall betrifft 800-Volt-Gleichstromarchitekturen. Im Mittelpunkt stehen Designvergleiche sowie Prüfungen unterschiedlicher Betriebsbedingungen und der Widerstandsfähigkeit. Die Funktion gehört zum NVIDIA-DSX-Sim-Ökosystem.
Der Ansatz setzt damit in der Planungsphase an. Er soll die Bewertung technischer Alternativen ermöglichen, bevor die Infrastruktur tatsächlich gebaut wird. Die Simulation ist allerdings von einer bereits im Betrieb nachgewiesenen Effizienzsteigerung zu unterscheiden.
Kühltechnik mit bedingtem Einsparpotenzial
Einen weiteren Baustein präsentierte Hitachi am Mittwoch: den Prototyp einer Kühlplatte für Grafikprozessoren. Nach Unternehmensangaben könnte die Technik den Strombedarf für die Kühlung von KI-Rechenzentren um 30 Prozent senken. Die Aussage bezieht sich ausdrücklich nicht auf den gesamten Stromverbrauch eines Rechenzentrums.
U-förmige Kanäle führen Kühlflüssigkeit gezielt zu den Wärmequellen. Tausende feine Strömungskanäle sollen verhindern, dass sich kalte und erwärmte Flüssigkeit vermischen. Gleichzeitig soll die Konstruktion Druckverluste begrenzen.
Das Einsparpotenzial beruht auf einer Modellrechnung mit Außentemperaturen repräsentativer Städte und jährlichen Betriebszeiten der Kältemaschinen. Es handelt sich nicht um eine unter allen Bedingungen gemessene Einsparung. Hitachi plant die Einbindung in HMAX Data Center und will Teile der Forschung vom 26. bis 29. Oktober 2026 auf der InterPACK2026 in San Diego vorstellen.
Die angekündigte Neuordnung und die technischen Projekte stehen somit auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Anleger sollten zwischen dem genehmigungsabhängigen Geschäftsübergang, der neuen Simulationsfunktion und dem noch modellierten Einsparpotenzial der Kühlplatte unterscheiden.
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