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Hormel Foods Aktie: Brazil-Ausstieg drückt Gewinn

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 14:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hormel Foods meldet im dritten Geschäftsquartal weniger Umsatz und Gewinn, hebt aber das bereinigte Jahresziel trotz Sonderlasten an.

Hormel Foods: Brasilien-Verkauf belastet Quartalsgewinn deutlich
Abstrakte Darstellung einer industriellen Lebensmittelproduktion in gedimmter, stimmungsvoller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Quartalsgewinn, der um mehr als zwei Drittel einbricht — dahinter steckt bei Hormel Foods keine operative Katastrophe, sondern eine bewusste Portfolio-Entscheidung. Der Konzern zieht sich aus Brasilien zurück und zahlt dafür kurzfristig einen hohen Preis in der Bilanz.

Im dritten Geschäftsquartal fiel der Nettogewinn auf 59,57 Millionen Dollar oder 0,11 Dollar je Aktie, nach 183,74 Millionen Dollar beziehungsweise 0,33 Dollar im Vorjahresquartal.

Der Umsatz sank um 2,4 Prozent auf 2,961 Milliarden Dollar. Das Volumen brach sogar um 7,4 Prozent ein, mit Rückgängen in Handel, Gastronomie und internationalem Geschäft.

Brasilien als Belastungsposten

Der Gewinnrückgang geht maßgeblich auf drei Sondereffekte zurück: den geplanten Verkauf des Brasilien-Geschäfts, eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf eine Minderheitsbeteiligung in Indonesien sowie eine Rückstellung für eine Rechtsstreitigkeit. Das Brasilien-Geschäft ist inzwischen als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft — ein Schritt im Rahmen der laufenden Portfolio-Straffung des Konzerns.

Bereinigt um diese Effekte sieht die Lage deutlich freundlicher aus. Das adjustierte Ergebnis je Aktie lag bei 0,37 Dollar, verglichen mit 0,35 Dollar im Vorjahr — ein leichtes Plus trotz sinkender Erlöse. Interimschef Jeff Ettinger sprach von einem "soliden dritten Quartal" und verwies auf die starke Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr.

Ausblick nach unten korrigiert, adjustiertes Ziel angehoben

Hormel Foods senkte die Prognose für das nach GAAP ausgewiesene Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 deutlich, von zuvor 1,28 bis 1,37 Dollar auf nun 1,06 bis 1,12 Dollar. Grund sind exakt jene Sonderbelastungen aus dem Brasilien-Verkauf, der Indonesien-Abschreibung und der Rechtsstreitigkeit.

Beim adjustierten Ergebnis je Aktie zeigt sich das Gegenteil: Hier hob der Konzern die Spanne leicht an, auf 1,45 bis 1,51 Dollar — das entspricht einem Wachstum von 6 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzprognose wurde dagegen eingeengt, auf 12,1 bis 12,2 Milliarden Dollar statt zuvor bis zu 12,5 Milliarden Dollar.

Designierter Konzernchef John Ghingo räumte ein, das Konsumumfeld bleibe unter Druck. Zugleich verwies er auf Wachstum bei einzelnen Retail-Marken und eine im Foodservice-Segment erneut über dem Branchentrend liegende Entwicklung. Die Aktie reagierte in der vorbörslichen Notierung an der NYSE mit einem Abschlag von knapp einem Prozent auf 23,47 Dollar — ein Kursrückgang, der angesichts der Sondereffekte moderat ausfällt.

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