Intel Aktie: 140 Milliarden Dollar weg
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 02:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Tagesverlust von 28,6 Prozent: So schwer traf es Intel am Freitag noch nie, jedenfalls nicht seit mindestens 1980. Rund 140 Milliarden Dollar Börsenwert verbrannten innerhalb einer Sitzung. Auslöser war ein Ausblick, der die Erwartungen deutlich verfehlte.
Der Ausblick enttäuscht
Für das vierte Quartal stellt der Konzern nur 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Der Markt hatte mit 17,1 Milliarden Dollar gerechnet. Die Zahlen kamen am Donnerstag, die Reaktion folgte einen Tag später mit voller Wucht.
Das Kernproblem liegt im PC-Geschäft. Stark gestiegene Speicherpreise verteuern Computer, zugleich bremsen knappe IT-Budgets die Nachfrage der Unternehmen. Schon im dritten Quartal gingen die PC-Erlöse überraschend zurück.
Hinzu kommt ein Sonderfaktor: Eine Explosion in einem israelischen Werk belastet den Umsatzausblick mit rund 300 Millionen Dollar.
Server und Foundry noch nicht stark genug
Das wachsende Geschäft mit Serverprozessoren fängt die Schwäche bislang nicht auf. KI-Agenten treiben zwar die Nachfrage nach CPUs, doch fehlende Komponenten begrenzen Intels Möglichkeiten, daraus Umsatz zu machen. Außerdem bleibt der Wettbewerb hart. AMD und die selbst entwickelten Prozessoren großer Cloud-Anbieter setzen den Konzern unter Druck.
Für eine nachhaltige Erholung muss vor allem die Auftragsfertigung liefern. Fortschritte bei der Chipfertigung und beim Zusammenfügen mehrerer Chips in einem Gehäuse wecken Kundeninteresse. Milliardenschwere Investitionen rechtfertigt das allein aber noch nicht.
Schwaches Umfeld für Tech
Intel belastete den gesamten Sektor. Der Nasdaq schloss am Freitag auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten, Intel und Amazon führten die Verluste nach enttäuschenden Quartalszahlen an. Im Oktober verlor der Index fast 7 Prozent, den schwächsten Monat seit dem Zollschock im April 2025. Anleger zweifeln zunehmend an der Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms.
Goldman Sachs sieht das Wachstum der KI-Ausgaben ihren Höhepunkt erreichen. Die Hyperscaler dürften ihre Investitionen demnach auf rund 800 Milliarden Dollar fast verdoppeln.
Diese Woche stehen mit Apple, AMD und Palantir weitere Quartalszahlen an. Besonders AMD dürfte interessant werden, weil der Rivale direkt mit Intel um Marktanteile kämpft. Am Freitag folgt zudem der US-Arbeitsmarktbericht, der die Zinserwartungen für Dezember weiter prägen kann.
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