Intel, Aktie

Intel Aktie: Analysten kappen Kursziele

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 04:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz übertroffener Quartalserwartungen belastet Intels Umsatzprognose für das vierte Quartal; mehrere Analysten senken ihre Kursziele.
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Ein Kursrutsch um ein Viertel vor Handelsbeginn, mehr als 123 Milliarden Dollar Börsenwert in Gefahr: Intels schwacher Ausblick trifft die Aktie hart. Im vorbörslichen Handel fiel das Papier auf rund 69 Dollar, nach einem Schlusskurs von 92,07 Dollar am Vortag. Es wäre der tiefste Eröffnungskurs seit etwa einem halben Jahr.

Schwache Prognose trotz solidem Quartal

Das dritte Quartal selbst lief respektabel. Umsatz und Gewinn je Aktie übertrafen die Erwartungen. Die Prognose für das vierte Quartal fällt jedoch deutlich schwächer aus: Intel peilt 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz an, Analysten hatten im Schnitt mit gut 17 Milliarden gerechnet.

Finanzchef David Zinsner erklärte zudem, Intel erwarte in diesem Jahr keinen positiven Cashflow. Als Bremse nennt das Unternehmen steigende Speicherpreise. Weil Zulieferer ihre Kapazitäten auf KI-Speicherchips verlagern, verteuern sich PCs, und die ohnehin schwache Nachfrage leidet weiter.

PC-Chips machen etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Im laufenden Quartal soll das Segment um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfen. Die Schwäche dürfte laut Intel mindestens bis in die erste Jahreshälfte 2027 anhalten.

Analysten werden vorsichtiger

Die Reaktionen der Analysten fallen gemischt aus, die Kursziele wandern aber fast durchweg nach unten:

  • Rosenblatt senkt auf 70 Dollar (zuvor 80) und bleibt bei "Sell"
  • Baird kappt auf 83 Dollar (zuvor 125) bei "Neutral"
  • KeyBanc reduziert auf 140 Dollar (zuvor 155) und bleibt bei "Overweight"
  • Evercore ISI bestätigt "Outperform" mit 133 Dollar

BofA Securities stufte die Aktie von "Buy" auf "Neutral" ab. Die Bank verweist auf Zweifel an den Fortschritten bei externen Foundry-Kunden und erwartet einen Rückgang der PC-Auslieferungen um 25 bis 30 Prozent im Schlussquartal.

Rosenblatt sieht Intel im Servergeschäft zudem womöglich im Nachteil. Die Datacenter-Sparte soll 2027 das Wachstum tragen, verliert aber nach Einschätzung des Hauses wohl Marktanteile. Kapazitäten für Server-CPUs will Intel erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit höheren Investitionen ausbauen.

Branche leidet mit

Der Abverkauf bleibt nicht auf Intel beschränkt. Die Aktien von AMD, Nvidia, Qualcomm, Broadcom, Arm und Micron gaben vorbörslich zwischen 2 und 9 Prozent nach. In Europa fiel der Technologiesektor um gut 2 Prozent, ASML verlor über 5 Prozent.

Für Intel-Chef Lip-Bu Tan wird die Lage zur Bewährungsprobe. Er muss die Sanierung vorantreiben, während der Konzern in KI und Fertigung investiert und der PC-Markt schwächelt.

Ein Hoffnungsträger ist das margenstarke Xeon-Geschäft: Gelingt es Intel, hier mehr Angebot zu liefern, könnte das die PC-Schwäche zumindest teilweise ausgleichen. Bis die höheren Serverkapazitäten in der zweiten Jahreshälfte 2027 stehen, bleibt der Druck auf die Ergebnisse jedoch hoch.

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