Intel Aktie: Neue Inferenz-GPU vorgestellt
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 00:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Intel legt beim Open Compute Project Global Summit nach: Der Konzern zeigt technische Details seiner GPU D-Serie, früher unter dem Codenamen Crescent Island bekannt, und neue Xeon-Rack-Designs. Der Fokus liegt klar auf KI-Inferenz, dem Betrieb fertig trainierter Modelle. Die Aktie schloss zuletzt im Minus.
Viel Speicher, moderater Stromverbrauch
Die GPU basiert auf der Xe3P-Architektur und bietet bis zu 480 GB LPDDR5X-Speicher. Hinzu kommen 1,5 TB/s Speicherbandbreite und 1,3 Petaflops FP8-Rechenleistung bei 350 Watt. Eine einzelne Karte soll Modelle mit bis zu 300 Milliarden Parametern tragen, ein System mit acht GPUs mehr als eine Billion.
Intel setzt auf Alltagstauglichkeit. Die Karte nutzt den gängigen PCIe-Formfaktor und kommt mit Luftkühlung aus, spezielle Rack- oder Kühlinfrastruktur braucht es nicht. Kunden-Sampling läuft bereits. Die Intel-eigene Karte trägt allerdings 160 GB Speicher, die 480 GB erreichen erst Varianten von Partnern.
Bei den Prozessoren verweist Intel auf Xeon-6+-Konfigurationen mit mehr als 46.000 Kernen pro Rack bei gut 133 Kilowatt Gesamtleistung. Die Designs entstanden mit Partnern und folgen dem Open-Rack-v3-Standard. Das Argument: Agentische KI-Anwendungen brauchen viel Allzweck-Rechenleistung, um Aufgaben zu orchestrieren und Beschleuniger auszulasten.
Software und Ökosystem
Auf der Softwareseite kündigte Intel Day-0-Unterstützung für Metas Modell Muse Glimmer an. Zudem arbeitet der Konzern an einem standardisierten Formfaktor für Beschleunigerkarten im Open-Adapter-Card-Workgroup. Nic Dubé hält am 13. Oktober um 10:30 Uhr PT seine Keynote "Put Every Prompt in Its Place".
Strategisch passt der Auftritt zu einer Botschaft, die Konzernchef Lip-Bu Tan zuletzt selbst sendete. Er sieht die Finanzierung des KI-Booms als zentrale Herausforderung: Steigende Anleiherenditen verteuern Rechenzentrumsprojekte, und Investoren wollen messbare Renditen sehen. Die Nachfrage nach Rechenleistung dürfte laut Tan in den nächsten zwei bis drei Jahren dennoch nicht deutlich nachlassen.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 101 Dollar und damit gut 3 Prozent im Minus. Ein Analysten-Kursziel von rund 95 Dollar liegt unter diesem Niveau. Intels Inferenz-Karte muss nun zeigen, ob sie jenseits des Samplings in Serienaufträge mündet. Eine erste Gelegenheit, Details zu Partnern und Kunden zu nennen, bietet die Keynote am Dienstag.
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