Ion Beam Applications IBA Aktie: Protonentherapie liefert Gewinn
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 16:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Wende ist da: IBA hat seine Protonentherapie-Sparte zurück in die Profitabilität geführt und damit den größten Bremsklotz der vergangenen Jahre gelöst. Im ersten Halbjahr 2026 steuerte der Bereich 12,3 Millionen Euro bereinigtes EBIT bei — nach einem Verlust von 2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Das belgische Medizintechnik- und Industrieunternehmen meldete für das erste Halbjahr einen Umsatz von 323,7 Millionen Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT kletterte um 66 Prozent auf 17,6 Millionen Euro, der Nettogewinn erreichte 9,3 Millionen Euro nach einem Verlust von 2,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte mit einem Anstieg von rund 2,5 bis 3,3 Prozent und notiert damit nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 17,76 Dollar.
Bruttomarge als Wachstumstreiber
Der Sprung bei der Profitabilität speist sich vor allem aus der Bruttomarge, die von 29,5 auf 33,7 Prozent stieg. Grund dafür ist ein besserer Produktmix bei der Ausrüstung und eine verbesserte Projektausführung in der Protonentherapie. Der Auftragseingang bei Ausrüstung sprang um 64 Prozent auf 176 Millionen Euro, angetrieben vor allem durch die Klinik-Sparte, die sich mehr als verdoppelte.
Der Auftragsbestand blieb trotz starker Umsetzung stabil bei 1,6 Milliarden Euro, davon rund die Hälfte im Servicegeschäft. IBA verkaufte im ersten Halbjahr fünf Protonentherapie-Räume, nach nur einem im Vorjahreszeitraum, und baut sein globales Netzwerk auf 93 Standorte aus — 47 davon bereits in Betrieb.
Nicht alle Bereiche laufen rund. Die Dosimetrie-Sparte kämpft mit einem Umsatzrückgang von 11 Prozent und rutschte mit minus 1,7 Prozent operativer Marge in die roten Zahlen.
Auch die Industriesparte spürt eine Nachwirkung der Corona-Zeit: Überkapazitäten am Sterilisationsmarkt bremsen dort die Auftragsvergabe, was sich im Rückgang des Auftragseingangs auf 28 Millionen Euro niederschlägt. Das Management rechnet erst 2028/2029 mit einer Normalisierung dieses Marktes.
Nettoverschuldung steigt durch ERP-Umstellung
Die Nettoverschuldung stieg auf 81 Millionen Euro, unter anderem wegen Effekten aus der Umstellung auf das neue ERP-System SAP S/4HANA sowie Verschiebungen bei Projekt-Meilensteinzahlungen. Der Nettoverschuldungsgrad kletterte auf das 1,14-Fache des bereinigten EBITDA, verglichen mit 0,54 im Vorjahr.
Management erwartet eine spürbare Verbesserung der Finanzlage erst ab der zweiten Hälfte 2027, wenn sechs der zehn spanischen Protonentherapie-Projekte ausgeliefert sein sollen — jede Lieferung löst eine Zahlung von 10 Millionen Euro aus, gefolgt von weiteren 8 Millionen Euro nach finaler Abnahme.
Parallel zu den Zahlen baute IBA seine Führungsstruktur um: CEO Olivier Legrain wechselt in die Rolle des Vize-Vorsitzenden, Deputy CEO Henri de Romrée übernimmt die operative Verantwortung für alle Geschäftsbereiche. Der Aufsichtsrat wurde um zwei Expertinnen und Experten aus Sterilisationswissenschaft und Regulierung erweitert.
Das Management bekräftigte die Jahresprognose für 2026 von mindestens 32 Millionen Euro bereinigtem EBIT. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 26. November folgt das Business-Update zum dritten Quartal.
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