IREN Aktie: Plant 25 bis 30 Milliarden Dollar Investitionen
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IREN hat am Donnerstag seine Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt – und gleichzeitig eine Investitionsoffensive angekündigt, die selbst für die kapitalhungrige KI-Branche außergewöhnlich ausfällt. Für das Geschäftsjahr 2027 plant das Unternehmen Investitionen von 25 bis 30 Milliarden US-Dollar.
Finanziert werden soll dies über bestehende liquide Mittel sowie zugesagte GPU-Finanzierungen und Vorauszahlungen in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar, zusätzlich strebt IREN weitere acht Milliarden US-Dollar an GPU-Finanzierung an.
Die Dimension dieser Zahl steht im Kontrast zum operativen Bild: Im Geschäftsjahr 2026 erwirtschaftete IREN einen Umsatz von 707,0 Millionen US-Dollar, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 702,6 Millionen US-Dollar.
Allein im vierten Quartal des Geschäftsjahres fiel ein Verlust von 684,0 Millionen US-Dollar an, bei einem Quartalsumsatz von 137,2 Millionen US-Dollar. Der Aktienkurs reagierte entsprechend nervös: Am Freitag brach das Papier um 12 Prozent ein, auf Wochensicht steht ein Minus von 14 Prozent zu Buche.
Wachstum im Cloud-Geschäft trifft auf Kapitalbedarf
Der eigentliche Wachstumstreiber des Unternehmens bleibt das AI-Cloud-Geschäft. Dessen Umsatz kletterte im Geschäftsjahr 2026 auf 128,8 Millionen US-Dollar – ein Anstieg um nahezu das Achtfache gegenüber dem Vorjahr. IREN bezifferte die annualisierte, bereits vertraglich gesicherte Umsatzbasis auf rund vier Milliarden US-Dollar und erklärte, die Kapazitäten für 2026 seien nahezu ausverkauft.
Das Unternehmen befindet sich zudem in fortgeschrittenen Gesprächen über die Kapazitätsvergabe für 2027 und 2028. Nach eigenen Angaben erzielten jüngste Drei-Jahres-Verträge Erlöse von über 20 Millionen US-Dollar pro Megawatt, in laufenden Verhandlungen werden sogar 25 Millionen US-Dollar pro Megawatt diskutiert.
Beim Ausbau der physischen Infrastruktur peilt IREN für 2026 rund 300 Megawatt an IT-Lastkapazität an, im Folgejahr sollen weitere 500 Megawatt hinzukommen. Damit würde das Unternehmen auf eine Gesamtkapazität von etwa 1,2 Gigawatt zusteuern.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte Microsoft die erste 50-Megawatt-Auslieferung im Rahmen des Projekts Horizon 1 abgenommen – seither hat die Aktie rund 11,5 Prozent verloren. Parallel dazu verhandelt IREN nach eigenen Angaben bereits über substanzielle Anteile seiner Kapazitäten für 2027 und 2028 mit weiteren Partnern.
Anleger fragen nach der Finanzierungslogik
Die zentrale Frage für Investoren lautet nun, ob die vertraglich gesicherten Umsätze die gewaltigen Investitionssummen rechtfertigen. Medienberichten zufolge fiel die Aktie im nachbörslichen Handel, weil der gemeldete Umsatz die Erwartungen der Wall Street verfehlte – ein Muster, das sich bereits im Vorfeld der Zahlen andeutete, als das Papier laut Marktbeobachtern in Erwartung des Berichts nachgab.
Der massive Nettoverlust dürfte primär auf nicht-operative Effekte im Zusammenhang mit dem Kapazitätsausbau zurückzuführen sein, während das eigentliche Cloud-Geschäft rasant wächst. Die Kombination aus hohem Wachstum, negativem Ergebnis und einem der größten angekündigten Investitionsprogramme der Branche macht IREN zu einem der volatilsten Werte im KI-Infrastruktursektor.
Mit einem Abstand von 55 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 68,61 Euro, das die Aktie Anfang November markiert hatte, zeigt sich, wie stark der Kurs seither unter Druck geraten ist – trotz eines operativen Wachstumskurses, den das Unternehmen mit seinen Milliardenverträgen für 2027 und 2028 weiter zu untermauern versucht.
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