JPMorgan Aktie: Ölmarkt im Überschuss
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Analysten von JPMorgan liefern derzeit Argumente für zwei Debatten zugleich: Sie sehen den globalen Ölmarkt wieder im Überschuss und die Wall Street vor einer Jahresendrally. Nach den US-Zwischenwahlen gewinnen beide Themen an Gewicht.
Ölmarkt kehrt in den Überschuss zurück
Nach Einschätzung der Bank hat die Wiederaufnahme der Lieferungen aus dem Golf den Markt nach Monaten der Störung zurück in einen Angebotsüberschuss gedrückt. Im September lag dieser bei täglich 1,1 Millionen Barrel, im Oktober wuchs er auf 1,4 Millionen Barrel. Das entspricht fast dem Durchschnitt des Vorjahres 2025 von 1,3 Millionen Barrel pro Tag.
Die Daten fallen in eine Woche mit kräftigen Preisbewegungen. Brent rutschte von rund 118 auf zeitweise unter 96 Dollar je Barrel. Allein am Mittwoch gab die Nordseesorte um mehr als acht Prozent nach. Händler setzen darauf, dass eine geschwächte Regierung Trump nach der Wahlniederlage der Republikaner den Iran-Krieg eher beenden könnte.
Ob der Preisverfall trägt, ist umstritten. Die kommerziellen Vorräte in wichtigen Verbraucherländern liegen laut Marktbeobachtern auf einem der niedrigsten Niveaus seit 15 Jahren. Die Eurasia Group hält erneute US-Angriffe auf den Iran weiterhin für wahrscheinlicher als ein Abkommen. Die ING-Rohstoffanalysten halten das Tempo des Rückgangs für überzogen.
Rückenwind für Aktien
Parallel dazu sieht JPMorgan gemeinsam mit Citadel Securities und HSBC Potenzial für eine Jahresendrally. Die Strategen verweisen auf die defensive Positionierung institutioneller Anleger. Der Ausverkauf im Oktober könnte demnach den Boden für eine nachhaltigere Erholung bereitet haben.
Auch einzelne Branchenanalysen der Bank stoßen auf Resonanz. Analyst Harry Gowers zeigte sich vom Gewinnplus der Fluggesellschaft Air France-KLM im Sommerquartal positiv überrascht. Deren Aktie legte am Donnerstag zweistellig zu, obwohl der Konzern wegen hoher Kerosinpreise bei der Tochter KLM spart.
Was als Nächstes zählt
Der neue Kongress tritt erst im Januar zusammen. Bis dahin ändern sich die politischen Handlungsspielräume in Washington nicht. Für die Ölprognosen der Bank bleibt damit entscheidend, ob die Lieferketten durch die Straße von Hormus stabil bleiben. Am Donnerstag meldeten die iranischen Revolutionsgarden Brände auf zwei Öltankern und einem Schlepper in der Meerenge.
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