Jungfraubahn Aktie: Iran-Krieg bremst Jungfraujoch-Besucher
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Jungfraubahn-Gruppe hat am Freitag die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Der Reingewinn sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 28,9 Millionen Schweizer Franken. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind laut Medienberichten die Auswirkungen des Iran-Kriegs, der insbesondere zu einem Rückgang der Touristenzahlen aus Asien führte.
Herausforderndes Halbjahr nach Rekordwerten
Im Vergleich zum Rekordjahr 2025 gingen die Erträge spürbar zurück. Der Betriebsertrag verringerte sich um 8,6 Prozent auf 137,0 Millionen Franken. Auch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) war mit 56,8 Millionen Franken rückläufig und verfehlte das Vorjahresniveau deutlich.
Positiv entwickelte sich hingegen die Cashflow-Situation des Unternehmens. Der Free Cashflow stieg trotz der schwierigen Rahmenbedingungen um 12,1 Prozent auf 18,7 Millionen Franken. Dies unterstreicht die solide finanzielle Basis der Gruppe in einem geopolitisch instabilen Umfeld.
Gästeschwund aus Asien belastet das Jungfraujoch
Das Herzstück des Unternehmens, das Jungfraujoch, verzeichnete einen markanten Besucherrückgang. Insgesamt besuchten 389.600 Gäste das "Top of Europe", was einem Minus von knapp 18 Prozent entspricht. Vor allem Reisende aus Indien und Südostasien blieben aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region fern.
Der durchschnittliche Verkehrsertrag pro Gast am Jungfraujoch belief sich auf 205 Franken. Auch bei den Erlebnisbergen war ein Rückgang der Besucherzahlen um rund 20 Prozent zu verzeichnen. Dieser Einbruch ist jedoch primär auf die vorübergehende Schließung der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) zurückzuführen.
Solide Buchungslage trotz vorsichtigem Ausblick
CEO Oliver Hammel bezeichnete das Ergebnis angesichts der Umstände als akzeptabel. Für die Monate Juli und August meldete das Unternehmen eine differenzierte Tendenz. Während die Besucherzahlen auf dem Jungfraujoch um weitere 10 Prozent sanken, konnten die Erlebnisberge in diesem Zeitraum ein Plus von 5 Prozent verbuchen.
Der Ausblick für den Rest des Geschäftsjahres bleibt von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Dennoch beschreibt das Management den aktuellen Buchungsstand als solide. Die Aktie schloss am Freitag bei 272,00 Euro. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn mit 11 Prozent im Minus und weist einen Abstand von 25 Prozent zum 52-Wochen-Hoch auf.
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