Kamada Aktie: Biosimilars im Aufwind
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 13:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kamada baut sein GeschĂ€ft jenseits der Plasmatherapien aus. Das israelische Biopharma-Unternehmen hat heute zwei weitere Nachahmer-Biologika auf den Markt gebracht und zugleich ehrgeizige Umsatzziele fĂŒr den Bereich formuliert.
Zwei neue Produkte, vier im Markt
Neu im Angebot sind Ustekinumab-Kamada und Enoxaparin-Kamada. Das erste ist ein Biosimilar zu Stelara, das bei chronisch-entzĂŒndlichen Erkrankungen wie Schuppenflechte, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zum Einsatz kommt. Das zweite ersetzt Clexane, ein niedermolekulares Heparin zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen und Lungenembolien.
Damit umfasst das Portfolio in Israel vier PrĂ€parate. Bevacizumab-Kamada und Pegfilgrastim-Kamada waren in den vergangenen zwei Jahren gestartet. Alle vier sind als austauschbar mit dem jeweiligen Original zugelassen, was die Marktdurchdringung erleichtern dĂŒrfte. FĂŒr 2027 stellt das Unternehmen mindestens zwei weitere Produkte in Aussicht.
Ziele bis 2030
Die Biosimilars sind bislang ein kleiner Posten. FĂŒr 2026 rechnet Kamada mit rund 4 Millionen Dollar Umsatz aus dem Segment, fĂŒr 2028 mit etwa 10 Millionen Dollar.
Der eigentliche Hebel liegt weiter in der Zukunft. Bis 2030 soll das Portfolio mindestens zwölf Produkte von sechs internationalen Lizenzgebern umfassen, vertrieben in Israel sowie im Nahen Osten und Nordafrika. Das Management peilt dann einen Jahresumsatz von 20 bis 25 Millionen Dollar an. ZusÀtzliche lizenzierte PrÀparate sollen bis dahin in Entwicklung oder Zulassung sein.
Konzernchef Amir London nennt die Biosimilars eine der zentralen WachstumssĂ€ulen. Regulatorisches Know-how und die Vertriebsstruktur in der Region machten Kamada zu einem attraktiven Lizenzpartner. Das Unternehmen prĂŒft weitere Lizenzmöglichkeiten.
Einordnung
Kamada stĂŒtzt sich bisher vor allem auf sechs von der US-Behörde FDA zugelassene Plasmaprodukte sowie drei eigene Plasma-Sammelzentren in Texas. Das Biosimilar-GeschĂ€ft soll diese Basis ergĂ€nzen und die AbhĂ€ngigkeit davon verringern. GröĂenmĂ€Ăig bleibt das Segment auf absehbare Zeit ein Zubrot. Die Prognosen sind zudem mit Risiken behaftet, darunter der Konflikt im Nahen Osten, mögliche Zölle und regulatorische Verzögerungen.
Die Aktie notierte an der Tel Aviv Stock Exchange zuletzt bei 2.470 Schekel-Agorot, ein Plus von 1,9 Prozent. Der nĂ€chste konkrete Meilenstein ist die fĂŒr 2027 angekĂŒndigte MarkteinfĂŒhrung von mindestens zwei weiteren Biosimilars.
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