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Kapsch TrafficCom Aktie: V2X-Test in Buenos Aires gestartet

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kapsch TrafficCom erprobt vernetzte Verkehrstechnik in Buenos Aires, integriert digitale Maut in Brasilien und betreibt Systeme bis 2029.

Kapsch TrafficCom testet V2X und baut Mautgeschäft international aus
Moderne städtische Verkehrsinfrastruktur mit leuchtenden Lichtspuren und digitaler Vernetzung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Kapsch TrafficCom treibt die Erprobung und Einführung vernetzter Verkehrstechnologien auf mehreren Auslandsmärkten voran. Am heutigen Donnerstag startete der österreichische Maut- und Verkehrssystemanbieter in Buenos Aires einen Konzepttest für sogenannte Vehicle-to-Everything-Technologie (V2X). Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den ersten praktischen Test dieser Art in Lateinamerika.

Vernetzte Systeme und digitale Maut in Südamerika

Der Test in der argentinischen Hauptstadt setzt auf eine direkte Funkkommunikation über das 5,9-Gigahertz-Frequenzband. Die dabei erprobten Bordgeräte verknüpfen diesen Standard zusätzlich mit Mobilfunk und Bluetooth.

Das Vorhaben konzentriert sich auf sicherheitsrelevante Anwendungen im Stadtverkehr. Dazu gehören automatische Warnungen vor Baustellen, Fahrbahnsperrungen, stehenden Fahrzeugen oder gefährlichen Straßenverhältnissen. Zudem wird eine gezielte Vorrangschaltung an Ampeln erprobt.

Parallel dazu meldete das Unternehmen gestern operative Fortschritte im brasilianischen Mautsektor. Dort wurde das schrankenlose Free-Flow-Mautsystem mit der staatlichen Fahrer-App CNH do Brasil verknüpft. Kapsch TrafficCom lieferte die Free-Flow-Technik für den Betreiber CSG, die erste Autobahnkonzession Brasiliens mit vollständigem Verzicht auf klassische Mautstationen.

Fahrer können ihre erfassten Durchfahrten und offenen Zahlungen direkt in der zentralen Anwendung einsehen und über offizielle Kanäle begleichen. Die Datenübermittlung läuft über das staatliche IT-Unternehmen Serpro nach den Vorgaben der Verkehrsbehörde Senatran. Das Ziel der Integration besteht darin, Zahlungsausfälle bei der automatischen Mauterfassung spürbar zu verringern.

Langfristiger Mautbetrieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Neben den Neuentwicklungen in Südamerika sicherte sich der Konzern langfristige Betriebsaufgaben im Nahen Osten. In Ras Al Khaimah führt Kapsch TrafficCom ein Free-Flow-Mautsystem für den Schwerlastverkehr. Ein entsprechender Betriebs- und Wartungsvertrag läuft über eine Dauer von fünf Jahren bis 2029, nachdem die technische Einführung 2024 erfolgt war.

Die Anlage verarbeitet pro Jahr rund eine Million Transaktionen. Seit der Betriebsübernahme legten die registrierten Durchfahrten um bis zu 15 Prozent zu. Die Infrastruktur kombiniert RFID-Technik, automatische Kennzeichenerfassung (ANPR) und ein zentrales Backoffice. Die Mautbrücken sind speziell für anspruchsvolle Bedingungen wie starke Sandstürme und extreme Wüstenhitze konstruiert.

Kennzahlen des Unternehmens

Die aktuellen Einsätze in Lateinamerika und den Emiraten unterstreichen die geografische Streuung des Geschäfts. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte Kapsch TrafficCom einen Umsatz von 431 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigte im selben Berichtszeitraum rund 2.700 Mitarbeiter. Mit den Konzepttests und langfristigen Betriebsverträgen zielt der Konzern darauf ab, seine Position im Markt für intelligente Transportsysteme weiter abzusichern.

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