Karyopharm Therapeutics Aktie: Fokus auf Blutkrebs
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 22:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Rückschlag und eine Weichenstellung an einem einzigen Tag: Karyopharm Therapeutics bekommt eine Abfuhr bei Gebärmutterkrebs, drückt aber gleichzeitig aufs Tempo bei seinem wichtigsten Wachstumsprojekt. Die Aktie reagierte trotz der gemischten Nachrichtenlage mit einem Plus von 2,19 Prozent auf 7,01 Dollar.
Rückschlag bei Endometriumkarzinom
Die Phase-3-Studie XPORT-EC-042 zum Wirkstoff Selinexor als Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem oder wiederkehrendem Endometriumkarzinom hat ihren primären Endpunkt verfehlt. In der modifizierten Intent-to-treat-Population von 236 Patientinnen erreichte der Selinexor-Arm ein medianes progressionsfreies Überleben von 12,75 Monaten gegenüber 7,43 Monaten unter Placebo. Die Hazard Ratio von 0,76 wirkt auf den ersten Blick vielversprechend, verfehlte mit einem einseitigen p-Wert von 0,0791 aber knapp die statistische Signifikanz.
Neue Sicherheitssignale gab es laut Unternehmensangaben nicht. Karyopharm will die Daten weiter auswerten und auf einem künftigen Fachkongress vorstellen, kündigte aber bereits an, die Investitionen in dieses Indikationsfeld zurückzufahren. CEO Richard Paulson stellte klar, dass sich das Unternehmen künftig auf die Programme bei Myelofibrose und multiplem Myelom konzentrieren will.
Beschleunigter Zulassungsantrag bei Myelofibrose
Der eigentliche Hoffnungsträger liegt woanders: Karyopharm plant, im August 2026 einen ergänzenden Zulassungsantrag (sNDA) bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen — für die Kombination aus Selinexor und Ruxolitinib bei Myelofibrose, einer seltenen Blutkrebserkrankung mit rund 20.000 Betroffenen in den USA und 17.000 in der EU. Grundlage ist die Phase-3-Studie SENTRY mit 353 JAK-Inhibitor-naiven Patienten, die eine statistisch signifikante Verbesserung der Milzvolumenreduktion um mindestens 35 Prozent nach 24 Wochen zeigte.
Nach Rückmeldung der FDA gilt dieser Wert als plausibler Surrogatmarker für das Gesamtüberleben und kann den beschleunigten Zulassungsweg stützen. Karyopharm will zur Bestätigung Langzeitdaten zum Gesamtüberleben aus der laufenden Nachbeobachtung nachreichen und beantragt zugleich eine vorrangige Prüfung (Priority Review). Wird diese gewährt, würde die FDA innerhalb von rund sechs Monaten nach Eingang des Antrags über eine Zulassung entscheiden.
Sollte die Kombination durchkommen, wäre sie die erste zugelassene Kombinationstherapie überhaupt für Myelofibrose-Patienten — bislang stützt sich die Behandlung ausschließlich auf JAK-Inhibitoren wie Ruxolitinib allein. Für die zweite Jahreshälfte 2026 kündigte Karyopharm neben der Antragseinreichung auch erste Daten aus der 60-Milligramm-Kohorte der Phase-2-Studie SENTRY-2 an sowie mögliche Aufnahmen in relevante Behandlungsleitlinien.
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