Keel Aktie: 12,24-Prozent-Sturz nach Q2-Zahlen
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Keel Infrastructure hat am heutigen Montag die Finanzergebnisse fĂŒr das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und dabei einen deutlichen UmsatzrĂŒckgang sowie einen weitreichenden strategischen Umbau gemeldet.
Das Unternehmen verzeichnete ein Minus beim Erlös von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wĂ€hrend die Kosten fĂŒr den Ausstieg aus dem US-Bitcoin-Mining und die Neuausrichtung auf Hochleistungsrechnen (HPC) das Ergebnis belasteten. Die Aktie reagierte im heutigen Handel mit einem Kursverlust von 12,24 Prozent und notiert bei 3,40 USD.
Strategischer Umbau belastet das Ergebnis
Der Umsatz sank im zweiten Quartal auf 30,4 Millionen USD, verglichen mit 60,9 Millionen USD im Vorjahreszeitraum. Damit verfehlte das Unternehmen laut Medienberichten die Erwartungen der Analysten, die im Konsens von FactSet mit 31,5 Millionen USD gerechnet hatten. Der operative Verlust belief sich auf 141 Millionen USD, worin nicht zahlungswirksame Abschreibungen in Höhe von 84 Millionen USD enthalten sind.
Unter dem Strich stand ein Nettoverlust aus fortgefĂŒhrten GeschĂ€ftsbereichen von 64,9 Millionen USD beziehungsweise 0,11 USD je Aktie. Das bereinigte EBITDA drehte von plus 7 Millionen USD im Vorjahr auf minus 24 Millionen USD.
Diese Entwicklung spiegelt die Kosten der Transformation wider, da das Unternehmen seine bisherigen Bitcoin-Mining-AktivitĂ€ten in den USA stillgelegt hat, um KapazitĂ€ten fĂŒr die wachsende Nachfrage nach HPC-Infrastruktur und kĂŒnstlicher Intelligenz freizumachen.
Bitcoin-VerkÀufe stÀrken die LiquiditÀt
Um die Neuausrichtung zu finanzieren, hat Keel Infrastructure am Freitag eine LiquiditĂ€t von 819 Millionen USD ausgewiesen. Diese setzt sich aus 698 Millionen USD an Barmitteln und 1.861 verbleibenden Bitcoin im Wert von etwa 121 Millionen USD zusammen. Im Zeitraum von Anfang April bis zum 7. August verĂ€uĂerte das Unternehmen 1.085 Bitcoin und erzielte damit Erlöse von 75 Millionen USD.
ZusĂ€tzlich zur LiquiditĂ€t aus Krypto-VerkĂ€ufen nahm der Konzern 458 Millionen USD durch die Emission von Wandelschuldverschreibungen auf. CEO Ben Gagnon erklĂ€rte im Rahmen der Zahlenvorlage, dass die VerfĂŒgbarkeit von EnergiekapazitĂ€ten derzeit die gröĂte HĂŒrde fĂŒr die Expansion darstelle. CFO Jonathan Mir verwies darauf, dass die finanzielle Basis durch die jĂŒngsten KapitalmaĂnahmen gestĂ€rkt wurde.
Ausblick auf die HPC-Infrastruktur
Die Entwicklungspipeline des Unternehmens umfasst aktuell Projekte mit einer GesamtkapazitĂ€t von 2,2 Gigawatt. Mehrere Standorte befinden sich bereits in der Umsetzung: Die Projekte Moses Lake (18 MW), Sharon (110 MW) und Panther Creek (350 MW) sollen im Laufe des Jahres 2027 in Betrieb gehen. FĂŒr den Standort Sherbrooke ist die Fertigstellung fĂŒr das Jahr 2028 geplant.
Trotz dieser langfristigen Ausbauziele belastet die aktuelle Ăbergangsphase den Aktienkurs erheblich. Auf Sicht von 30 Tagen belĂ€uft sich das Minus des Papiers bereits auf 26,77 Prozent. Die Marktteilnehmer beobachten nun genau, wie schnell Keel die Transformation zur KI-Infrastruktur vollziehen kann, um den weggefallenen Umsatz aus dem Mining-GeschĂ€ft zu kompensieren.
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