Kimberly-Clark, Aktie

Kimberly-Clark Aktie: Prognose gekappt

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Konsumgüterkonzern reduziert seine Prognose für 2026 nach einem schwachen Quartal und anhaltenden Reputationsproblemen in China. Die Dividende bleibt stabil.

Kimberly-Clark senkt Jahresziele: Gewinnrückgang und China-Krise belasten
Abstraktes, stimmungsvolles Bild eines Warenlagers für Konsumgüter mit Fokus auf Texturen und Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kimberly-Clark hat seinen Ausblick für 2026 zurückgenommen – nur wenige Monate, nachdem der Konzern im April noch zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Hinter der Korrektur steckt eine ungewöhnliche Mischung: ein spürbarer Gewinnrückgang, der Ausstieg aus einem Geschäftssegment und ein Rufschaden in China, der sich nicht so schnell auflösen dürfte wie erhofft.

Gewinn bricht ein, bereinigtes Bild hält dagegen

Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal auf 345 Millionen Dollar ein, nach 509 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum – auch das Ergebnis je Aktie fiel entsprechend deutlich. Bereinigt um Sondereffekte zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Das adjustierte Ergebnis je Aktie legte um 10,4 Prozent auf 2,12 Dollar zu.

Der Umsatz stieg um 0,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Positive Währungseffekte von 1,1 Prozent wurden durch den Ausstieg aus dem US-Privatlabel-Windelgeschäft teilweise ausgeglichen.

Falsche Vorwürfe in China belasten weiter

Kimberly-Clark macht für einen Teil des Ergebnisdrucks eine Kampagne in chinesischen sozialen Medien verantwortlich, die die Qualität bestimmter Windelmarken infrage stellte. Ein unabhängiger, staatlich zertifizierter Test habe die Sicherheit der Produkte bestätigt, teilte der Konzern mit. Der Schaden für das Windelgeschäft in China war im zweiten Quartal spürbar – und soll nach Unternehmensangaben auch kurzfristig weiter auf Umsatz und Gewinn drücken.

Entsprechend fällt die neue Jahresprognose vorsichtiger aus als noch im April. Damals hatte das Management zweistelliges Wachstum beim Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen und ein stabiles Konzernergebnis je Aktie in Aussicht gestellt. Jetzt rechnet Kimberly-Clark nur noch mit hohem einstelligem Wachstum bei den fortgeführten Geschäften, während das dem Konzern zurechenbare Ergebnis je Aktie leicht sinken dürfte.

Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Rückgang von 0,8 Prozent auf 106,70 Dollar.

Dividende bleibt unangetastet

Trotz der gesenkten Erwartungen hält Kimberly-Clark an seiner Ausschüttungspolitik fest. Der Aufsichtsrat beschloss eine Quartalsdividende von 1,28 Dollar je Aktie, zahlbar am 2. Oktober 2026 an Aktionäre, die am 4. September 2026 im Bestand sind. Damit zahlt der Konzern seit 92 Jahren ununterbrochen eine Dividende und hebt sie seit 54 Jahren in Folge an.

Parallel treibt Kimberly-Clark seine strategische Neuausrichtung voran: Die Übernahme von Kenvue soll wie geplant bis zum Jahresende abgeschlossen werden, die neue Faserstoff-Partnerschaft mit Suzano unter dem Namen Arbex ist bereits operativ gestartet. Wie stark der China-Effekt die zweite Jahreshälfte noch belastet, wird sich an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.

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