KNDS, Aktie

KNDS Aktie: IPO stockt an Bewertungsstreit

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der KNDS-Börsengang verzögert sich wegen unterschiedlicher Wertvorstellungen, während Umsatz, Gewinn und Auftragseingang 2025 deutlich zulegten.

KNDS-Börsengang stockt: Streit um Bewertung belastet Debüt
Abstrakte Darstellung der Verteidigungsindustrie mit metallischen Texturen und kühler, industrieller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Der geplante Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS an den Handelsplätzen in Paris und Frankfurt ist erneut ins Stocken geraten. Ursache für die wiederholten Verzögerungen sind erhebliche Differenzen über den Unternehmenswert. Während die Eigentümerseite auf ein hohes Preisschild pocht, zeigen sich potenzielle Investoren zurückhaltend.

Diskrepanz zwischen Eigentümern und Investoren

Nachdem sich Berlin und Paris im Juni auf die künftige Führungs- und Aktionärsstruktur verständigt hatten, folgten bereits Anfang Juli und Ende August Verschiebungen des Vorhabens. Der Bund übernimmt einen Anteil von 40 Prozent. Auf der Verkäuferseite fordert die Familie Bode für eine 40-prozentige Beteiligung jedoch eine Bewertung von mindestens 12,5 Milliarden Euro.

Investoren stufen den Wert des Rüstungskonzerns derzeit hingegen bei unter 12 Milliarden Euro ein. Ursprüngliche Vorarbeiten für das Debüt hatten noch auf einen Ausgabepreis von über 40 Euro je Aktie abgezielt.

Das abgekühlte Sentiment im europäischen Verteidigungssektor erschwert die Preisfindung zusätzlich. Laut Bloomberg droht der Börsengang von KNDS vor diesem Hintergrund nun sogar über das Jahr 2026 hinauszulaufen.

Rekordwerte im operativen Geschäft

Trotz der Hängepartie an den Kapitalmärkten profitiert das Gemeinschaftsunternehmen von einer historisch hohen Nachfrage. Der Hersteller der Leopard-Panzer blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2025 zurück.

In diesem Zeitraum kletterte der Jahresumsatz um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig erreichte der operative Gewinn (EBIT) 661 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr noch bei 500 Millionen Euro gelegen hatte. Der freie Cashflow belief sich auf 980 Millionen Euro bei einer Belegschaft von rund 11.000 Beschäftigten.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Nachfrage nach Landsystemen und Ausrüstung. Mit einem Auftragseingang von 13,5 Milliarden Euro schwoll der Auftragsbestand bis zum Jahresende auf 33,1 Milliarden Euro an. Die gut gefüllten Orderbücher bieten dem Management eine hohe Visibilität für die kommenden Produktionsjahre.

Industrielle Partnerschaften in Polen

Ungeachtet der Blockade beim Parkettdebüt treibt KNDS den Ausbau des operativen Geschäfts in Osteuropa voran.

Die Vereinbarung zielt auf die lokale Integration und Betreuung des 105-mm-Leichtartilleriesystems 105 LG für die polnischen Streitkräfte und die Territorialverteidigung ab. Das Geschütz wiegt rund 1.650 Kilogramm. Ein Festvertrag mit konkreten Liefervolumina steht bislang noch aus.

Die Kooperation ergänzt bereits bestehende Aktivitäten im Nachbarland. Dazu zählen Modernisierungsprogramme für den Kampfpanzer Leopard 2.

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