Knorr-Bremse, Aktie

Knorr-Bremse Aktie: Margensprung trotz Rail-Delle

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern erzielte im dritten Quartal eine Marge von 14,6 Prozent und visiert bei Umsatz und Free Cashflow das obere Jahresziel an.
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Knorr-Bremse liefert im dritten Quartal die beste Profitabilität seit über fünf Jahren, verfehlt aber beim Auftragseingang der Bahnsparte die Erwartungen. Der Konzern hob am Abend per Ad-hoc-Mitteilung zugleich die Messlatte fürs Gesamtjahr: Umsatz und Free Cashflow sollen am oberen Ende der Prognose landen.

Ergebnis auf Rekordkurs

Der Umsatz wuchs um 9 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro. Das operative EBIT legte überproportional um 19,1 Prozent auf 299 Millionen Euro zu, die Marge kletterte von 13,3 auf 14,6 Prozent. Das ist das zweithöchste operative Quartalsergebnis der Firmengeschichte. Die Analystenerwartung zur Marge traf der Konzern exakt, beim absoluten EBIT lag der Konsens mit 304 Millionen Euro minimal darüber.

Auch der Free Cashflow überzeugte: Er stieg um fast 50 Prozent auf 238 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag mit 1,09 Euro allerdings unter der Konsenserwartung von 1,17 Euro.

Truck zieht, Rail schwächelt

Getrieben wurde das Quartal von der Truck-Division. Die Markterholung in Nordamerika und Europa ließ den Auftragseingang um 30 Prozent auf gut eine Milliarde Euro steigen, das operative EBIT sprang um knapp 32 Prozent. Hinzu kommen Effekte aus den Kostenmaßnahmen.

Anders die Bahnsparte. Dort sank der Auftragseingang auf 1,05 Milliarden Euro, rund 130 Millionen Euro weniger als erwartet. Das Unternehmen führt dies auf Aufträge im Volumen von etwa 80 Millionen Euro zurück, die sich verschoben haben und innerhalb von sechs Monaten erwartet werden.

Zudem verfolgte Knorr-Bremse ein europäisches Projekt aus Renditegründen nicht offensiv. Rail ist unterjährig ohnehin projektbedingt schwankend, die Marge der Division stieg dennoch auf 17,7 Prozent.

Der Konzern-Auftragsbestand wuchs um 7 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Der Auftragseingang insgesamt blieb mit 2,05 Milliarden Euro hinter dem Konsens von 2,16 Milliarden Euro zurück.

Ausblick mit Nahost-Vorbehalt

Die Jahresziele bestätigt der Vorstand: Umsatz zwischen 8,1 und 8,3 Milliarden Euro, operative Marge von 14,0 bis 14,5 Prozent, Free Cashflow von 750 bis 850 Millionen Euro. Bei Umsatz und Free Cashflow peilt das Management das obere Ende an. Die Prognose steht allerdings unter der Annahme, dass sich die Krise im Nahen Osten nicht verschärft und keine neuen Lieferkettenunterbrechungen auslöst.

Für das vierte Quartal rechnet Knorr-Bremse in der Rail-Division wieder mit rund 1,2 Milliarden Euro Auftragseingang. Die vollständige Quartalsmitteilung folgt am 29. Oktober 2026.

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