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Kone Aktie: DOJ prüft 29,4-Milliarden-Deal

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das US-Justizministerium fordert Unterlagen zur geplanten 29,4-Milliarden-Euro-Übernahme an. Schindler klagt, die IG Metall kritisiert das Vorhaben.

Kone-Übernahme von TK Elevator: US-Behörde leitet Kartellprüfung ein
Moderne Hochhaus-Baustelle bei Sonnenuntergang als Symbol für industrielle Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die geplante Übernahme von TK Elevator durch den finnischen Aufzugshersteller Kone stößt auf regulatorischen Widerstand. Das US-Justizministerium (DOJ) hat eine eingehende kartellrechtliche Untersuchung des rund 29,4 Milliarden Euro schweren Deals eingeleitet.

Am Montag forderte die Behörde zusätzliche Informationen von beiden Unternehmen an. Damit verzögert sich der Prozess für die Zusammenführung der beiden Branchenriesen weiter, während sich auch an anderen Fronten Opposition formiert.

Widerstand von Wettbewerbern und Gewerkschaften

Nicht nur staatliche Behörden prüfen das Vorhaben kritisch. Der Konkurrent Schindler hat angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Fusion einzuleiten. Das Unternehmen plant Medienberichten zufolge Klagen vor Gerichten, da es erhebliche Marktüberschneidungen und eine problematische Größenordnung des neuen Branchenprimus befürchtet.

Gleichzeitig wächst der Druck vonseiten der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft IG Metall und Betriebsräte von TK Elevator sprachen sich am Montag gegen den Zusammenschluss aus. Sie fordern eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung, da sie ihre Mitbestimmungsrechte durch die Pläne verletzt sehen.

Trotz dieser Hürden treibt Kone die personelle Planung voran: Der aktuelle CEO Philippe Delorme und CFO Ilkka Hara sollen die Führung des fusionierten Konzerns übernehmen, während Antti Herlin weiterhin dem Verwaltungsrat vorstehen wird.

Analysten reagieren auf Unsicherheit

Die Marktteilnehmer reagieren verhalten auf die komplexen Genehmigungsverfahren. Die Analysten von Bernstein reduzierten gestern ihr Kursziel für die Kone-Aktie von 70 Euro auf 60 Euro, behielten ihre Einstufung jedoch auf „Outperform“. Aktuell notiert das Papier bei 50,36 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,4 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn hat der Wert jedoch rund 17 Prozent an Boden verloren.

Zuletzt hatte das Unternehmen am 22. Juli Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Zwar stiegen die Aufträge auf vergleichbarer Basis um 10,9 Prozent, doch sowohl der Gewinn je Aktie von 0,27 US-Dollar als auch der Umsatz von 3,36 Milliarden US-Dollar lagen unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Konsens mit 0,32 Dollar Gewinn und einem Umsatz von 3,38 Milliarden Dollar gerechnet.

Fokus auf Digitalisierung und Energieeffizienz

Abseits der Fusionsdebatte treibt Kone das operative Geschäft mit neuen Großaufträgen und technologischen Projekten voran. In London sicherte sich das Unternehmen am 4. August den Auftrag zur Installation von 31 Aufzügen und zwei Rolltreppen für das Bauprojekt „Vista“ an der South Bank, wobei die Montage im Jahr 2027 beginnen soll.

Zudem setzt Kone verstärkt auf Datenlösungen: Am Mittwoch berichtete das Unternehmen über den Einsatz von Aufzugsdaten zur Optimierung der Energieeffizienz im Warsaw Trade Tower in Polen.

International investiert der Konzern zudem in den Kundenservice. Anfang August wurde ein erweitertes Servicecenter im saudi-arabischen Dschidda eröffnet, das Unterstützung rund um die Uhr in Arabisch und Englisch bietet.

In Ägypten führte die Tochtergesellschaft zudem das digitale Portal „myKONE“ ein, um die Zusammenarbeit bei Projektlieferungen transparenter zu gestalten. Die Umsetzung der Fusion mit TK Elevator bleibt derweil laut Unternehmensangaben vom Erhalt globaler behördlicher Genehmigungen abhängig, wobei ein Abschluss frühestens im zweiten Quartal 2027 erwartet wird.

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