Krones Aktie: Auftragsbestand steigt auf 4,3 Milliarden
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der bayerische Abfüll- und Verpackungsanlagenspezialist Krones hat am heutigen Mittwoch seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Trotz eines wirtschaftlich volatilen Umfelds verzeichnete das Unternehmen einen weiteren Zuwachs bei den Bestellungen und eine verbesserte Ertragskraft. Die Nachricht löste an der Börse eine positive Reaktion aus: Die Aktie legte deutlich zu und notiert mit 118,20 Euro etwa 2,96 % über dem gestrigen Schlusskurs. Damit vergrößert das Papier seinen Abstand zum gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage auf 4,13 %.
Stabile Nachfrage sorgt für volles Orderbuch
Im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 stieg der Auftragseingang des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 % auf insgesamt 2.852,5 Millionen Euro. Allein auf das zweite Quartal entfielen dabei 1.340,4 Millionen Euro, was einem Plus von 3,5 % entspricht. Laut Reuters übertraf Krones damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten, die für das zweite Quartal mit rund 1.276 Millionen Euro gerechnet hatten.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Neugeschäft in den Regionen Amerika und Osteuropa. Diese anhaltend hohe Nachfrage führte dazu, dass der Auftragsbestand zum Ende des ersten Halbjahres ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro erreichte. Dieser Puffer verschafft dem Unternehmen Planungssicherheit für die kommenden Quartale, während die globale Konjunktur in vielen Branchen Anzeichen von Schwäche zeigt.
Profitabilität und Cashflow verbessern sich
Auch bei der Profitabilität konnte der Hersteller von Abfüllanlagen Fortschritte erzielen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im ersten Halbjahr auf 292,9 Millionen Euro. Die daraus resultierende EBITDA-Marge lag mit 10,8 % über dem Vorjahreswert von 10,6 %. Das Konzernergebnis für die ersten sechs Monate wird mit 138,9 Millionen Euro ausgewiesen, was einem Ergebnis je Aktie von 4,39 Euro entspricht.
Ein deutlicher Fortschritt zeigte sich beim Free Cashflow vor Akquisitionen (M&A). Während dieser im zweiten Quartal des Vorjahres noch mit minus 118,5 Millionen Euro belastet war, verbesserte er sich im abgelaufenen Vierteljahr signifikant auf minus 21,3 Millionen Euro. Für das gesamte erste Halbjahr wies Krones einen Free Cashflow von minus 30,8 Millionen Euro aus. Die Nettoliquidität des Konzerns belief sich zum Stichtag auf 404,5 Millionen Euro, bei einer soliden Eigenkapitalquote von 43,6 %.
Herausforderndes Marktumfeld und Ausblick
CEO Thomas Ricker verwies im Zuge der Zahlenvorlage auf die anhaltenden Herausforderungen für die Kundenbasis. Insbesondere die hohen Energiepreise für die Herstellung von Glas und Aluminium sowie die Kosten für PET-Materialien erzeugen einen spürbaren Kostendruck bei den Abfüllbetrieben. Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft in effiziente Anlagen hoch. Innerhalb der Segmente zeigte sich ein gemischtes Bild: Während der Bereich Intralogistik den Umsatz um 9,7 % steigerte, blieb die operative Marge hier noch hinter den Erwartungen zurück. Im Segment Prozesstechnik war hingegen ein Umsatzrückgang zu verzeichnen.
Krones gab zudem die Übernahme von Wiro Precision Tool bekannt. Das Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 10 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte die Konzernleitung ihre bisherige Prognose. Krones rechnet weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen 3 % und 5 %. Die EBITDA-Marge soll sich in einem Korridor von 10,7 % bis 11,1 % bewegen. Beim Return on Capital Employed (ROCE) peilt das Management für das volle Jahr einen Wert zwischen 19 % und 20 % an, nachdem dieser im ersten Halbjahr bei 17,7 % lag.
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