Kupfer: Charttechnik trifft Rohstoff-Hedge
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 08:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwei Signale, ein Metall: Kurzfristig drĂŒckt ein AbwĂ€rtstrend auf den Kupferpreis, langfristig liefert Goldman Sachs gewichtige Argumente fĂŒr Rohstoffe. Der Chart sieht schwach aus, die Strukturstory bleibt intakt.
Kurzfristig: AbwÀrtstrend an der Widerstandszone
Kupfer notiert zum Wochenstart bei rund 6,51 Dollar je Pfund und damit leicht im Plus. Im FĂŒnf-Stunden-Chart bleibt der AbwĂ€rtstrend jedoch intakt. Der Preis testet gerade die gleitenden Durchschnitte, die sich bei etwa 6,58 Dollar bĂŒndeln. Dort treffen der 50-Tage-Schnitt, der SuperTrend und das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement aufeinander.
Die Kerzenbilder zeigen Unentschlossenheit. Dojis am kurzfristigen Durchschnitt deuten darauf hin, dass weder KÀufer noch VerkÀufer klar die Kontrolle haben. Aus Sicht der Charttechnik hat das BÀrenszenario derzeit die besseren Karten.
FĂ€llt der Preis zurĂŒck, liegen die nĂ€chsten Marken bei 6,37 und 6,28 Dollar. Ein Rutsch darunter öffnet den Weg Richtung 6,15 Dollar. Nach oben mĂŒsste Kupfer die Zone um 6,59 Dollar per Schlusskurs ĂŒberwinden, um den AbwĂ€rtstrend zu entkrĂ€ften. Erst dann rĂŒcken 6,76 und 6,92 Dollar in Reichweite.
Langfristig: Goldman setzt auf Knappheit
Das fundamentale Bild fÀllt freundlicher aus. Goldman Sachs empfiehlt Rohstoffpositionen als Portfolio-Absicherung, weil geopolitische Eskalation die Energiepreise krÀftig treiben könnte. Der Bloomberg-Rohstoffindex liegt seit Jahresbeginn bereits rund 36 Prozent im Plus.
Bei Kupfer sieht die Bank ein klassisches Spannungsfeld. Das Minenangebot ist begrenzt, die Nachfrage kommt gleich aus mehreren Richtungen: Elektrifizierung, Rechenzentren, Energiesicherheit, KI und eine Art strategische Lagerhaltung. Wo steigende Nachfrage auf hartnÀckige AngebotsengpÀsse trifft, entsteht laut Goldman AufwÀrtsdruck auf die Preise.
FĂŒr Ăl und europĂ€isches Erdgas erwartet das Haus hingegen eine Beruhigung, sobald sich das Angebot im Nahen Osten anpasst. Kupfer zĂ€hlt damit zu den Metallen, deren Story weniger von akuten Krisen abhĂ€ngt als von strukturellen EngpĂ€ssen.
Marken im Blick
Die Lage ist zweigeteilt. Kurzfristig entscheidet die Zone um 6,58 Dollar, ob der AbwĂ€rtstrend hĂ€lt. Ein Schlusskurs darĂŒber wĂŒrde das Bullenszenario mit Ziel 6,76 Dollar aktivieren. Scheitert der Preis erneut an dieser HĂŒrde, dĂŒrfte die Marke von 6,37 Dollar als nĂ€chste UnterstĂŒtzung ins Visier geraten.
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